Tech-Talk

Flexibel mit Tücken

Von Georg Küffner
 - 10:19

Unterm Spültisch herrscht Chaos. Nicht in allen Haushalten, aber doch in so manchen. Perfekt schließende Unterschranktüren moderner Einbauküchen lassen Putzlappen, Scheuermittel und Spülmaschinentaps zuverlässig verschwinden. Die herrschende und, da unsichtbar, allseits akzeptierte Unordnung unterhalb blitzender Edelstahlbecken nutzen Installateure schamlos aus. Denn sie verlegen die Zu- und Abflussschläuche gerade so, wie es ihnen in den Sinn kommt. Wobei der Trend zum Flexschlauch die ehemals mühsame Montage stark vereinfacht und den Wirrwarr verstärkt hat.

Doch Vorsicht: Speziell die von Edelstahlgeflecht ummantelten Frischwasserschläuche leiden, wenn man ihnen feuchte Lappen zum Trocknen überhängt, in denen sich Reste aggressiver (chlorhaltiger) Reinigungsmittel befinden. Der Schutzmantel der Schläuche korrodiert. Der Kunststoffschlauch im Inneren kann den Druck nicht halten, er platzt. Die gern als Panzerschläuche bezeichneten Flexschläuche haben nach einschlägigen Richtlinien eine Betriebszeit von 20 Jahren. Werden sie verdreht und damit ständig unter Spannung eingebaut, platzen sie auch schon früher. Gift für sie sind zudem Einhebelmischer, deren Design dazu animiert, sie zuzuknallen. Die dabei entstehenden Drückstöße lassen den Wasserdruck für Sekundenbruchteile in die Höhe schnellen.

Bleibt die Frage, was tun? Wer sichergehen will, dem wird zum prophylaktischen Tauschen geraten, analog zum sehr zu empfehlenden Zahnriementausch bei manchen Autos. Auch das Abdrehen des Haupthahns im Keller etwa während einer längeren Urlaubsfahrt ist nicht verkehrt. Man muss dann jedoch wissen, wo sich der Hahn befindet. Und drehen lassen muss er sich auch.

Quelle: F.A.Z.
Georg Küffner
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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