Gigafactory

Tesla taucht ab

Von Horst Rademacher

In den einsamen Wüsten des amerikanischen Bundesstaates Nevada lässt sich viel Geheimnisvolles verstecken. Das Atomwaffentestgelände nördlich von Las Vegas ist etwa doppelt so groß wie das Saarland – und kaum jemand hat es je zu Gesicht bekommen. Über die gemeinsam von der CIA und der amerikanischen Luftwaffe betriebenen, als streng geheim eingestuften Area 51 ranken sich alle möglichen Gerüchte und Verschwörungstheorien. So sollen dort Wunderwaffen getestet werden und gelegentlich sogar Ufos landen. Gut versteckt und beinahe ebenso geheimnisumwittert ist auch die größte Fabrik der Welt, die derzeit östlich von Reno entsteht, der zweitgrößten Stadt Nevadas. In seiner mit der üblichen Bescheidenheit Gigafactory getauften Anlage will Tesla, der amerikanische Hersteller von Elektroautos, zusammen mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic in Zukunft mehr Lithium-Ionen-Batterien produzieren, als in allen anderen Batteriefabriken auf der Erde zusammen gefertigt werden.

Das Ausmaß des Vorhabens ist wahrhaft gigantisch. Im Endausbau soll die Fabrikfläche eine Million Quadratmeter betragen. Teslas Plan sieht vor, dass dann dort in jedem Jahr Batterien mit einer Gesamtkapazität von 35 Gigawattstunden hergestellt werden. Zum Vergleich: Teslas Topmodell wird derzeit von einer Batterie mit einer Kapazität von 90 Kilowattstunden gespeist. Demnach könnten in der Gigafabrik im Endausbau Batterien für etwa 400.000 Elektrofahrzeuge im Jahr hergestellt werden. Überprüfen lassen sich die Zahlen und der Baufortschritt allerdings nicht. Ob Tesla sich nicht in die Karten schauen lassen will, ob der Bau hakt oder vielleicht sogar die ganze Idee wankt, das bleibt unter der Tarnkappe. Besucher, vor allem aber Journalisten, lässt Tesla auf Anfrage wissen, sind auf der Baustelle nicht willkommen.

Quelle: F.A.Z.
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Nevada | CIA | Tesla