Porsche Cayenne

Der neue Cayenne ist eine runde Sache

Von Michael Kirchberger
 - 10:46
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Warum ein Erfolgsmodell grundlegend ändern, wenn es sich nach sieben Jahren noch gut verkauft? 500.000 Einheiten hat Porsche von der aktuellen Cayenne-Generation seit 2010 abgesetzt. Der Vorgänger kam in den acht Jahren zuvor auf 270.000 Exemplare. Die Neuauflage des Sport-SUV, die jetzt zu den Händlern kommt, lehnt sich daher an die bewährten runden Formen an, Ecken und Kanten sind der Karosserie fremd. Das Basismodell mit einem 3,0-Liter-V6-Benziner und 340 PS kostet 74.828 Euro.

Das neue Cayenne ist einen Zentimeter flacher, 6,3 Zentimeter länger und 2,3 Zentimeter breiter als sein Vorgänger, der Kofferraum fasst nun 745 bis 1680 Liter, das sind 100 Liter mehr als bisher. Neu ist ein Dachspoiler, der in vier Stufen um 20 bis 60 Millimeter ausfährt. Beim Bremsen aus hohen Geschwindigkeiten hebt er sich um 80 Millimeter nach oben, das reduziert den Bremsweg um zwei Meter, sagt Porsche.

Mehr Fahrdynamik und mehr Fahrkomfort soll die dritte Cayenne-Generation bieten. Dafür bekommt das SUV auf Wunsch eine Allradlenkung, die hinteren Räder bewegen sich bis 80 km/h gegenläufig um bis zu drei Grad aus der Spur, bei schneller Fahrt lenkt die Hinterachse wiederum bis zu drei Grad gleich mit den Vorderrädern. Die dynamische Chassiskontrolle arbeitet künftig schneller, weil elektromechanisch statt hydraulisch. Sie wird mit 48-Volt-Technik betrieben, die Aktoren bringen bis zu 1200 Newtonmeter Drehmoment auf. Die Bremsscheiben sind mit einer mit Wolfram-Karbid-Verbindung legiert, das soll sie leistungsfähiger machen und ihre Lebensdauer um 30 Prozent steigern.

Drei Turbobenziner sind im Programm, neben der Basismaschine bringt es ein 2,9-Liter-V6 auf 440 PS und 550 Newtonmeter maximales Drehmoment (91 964 Euro), der Vierliter-V8 leistet 550 PS und bietet 770 Nm für 138 850 Euro. Obligatorisch sind jeweils der Allradantrieb und das neue, achtstufige Automatikgetriebe von ZF. Der Cayenne lässt sich schon mit der Einstiegsmotorisierung äußerst agil bewegen.

Sehr beeindruckend umrundet er die Kurven, sprintet ungestüm über die Geraden und lässt vergessen, dass hier fast zwei Tonnen Gewicht unterwegs sind. Die bringt das SUV trotz der erheblichen Gewichtsreduzierung immer noch auf die Waage, obwohl es im Vergleich zur ersten Generation fast 200 Kilogramm leichter geworden ist.

Kaum auf die Waage drücken die Assistenzsysteme wie Müdigkeitswächter, Spurhaltehelfer oder der Felgenschutzassistent, der die teuren Leichtmetallräder vor Berührungen mit dem Bordstein bewahrt. Was noch kommt, sind der Park Assist Plus Mitte 2018, mit dem sich der Cayenne ferngesteuert einparken lässt, und eine Dieselversion, für die es noch kein exaktes Datum gibt. Eine Hybridversion ist ebenfalls avisiert, diese und der Diesel werden die aktuellen Verbrauchswerte der reinen Benziner unterbieten. Die liegen nach der Norm zwischen 9,0 für die Basis und 11,7 Liter für den Cayenne Turbo.

Quelle: F.A.Z.
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