Motor
Elektroräder

Jetzt fangen sie auch noch an zu hupen

Von Hans-Heinrich Pardey
© Hersteller, F.A.Z.

Nun werden sich wieder die Oberschlaumeier melden. Die einen lachen sich schlapp, und die anderen jammern, dass dem Fahrrad endgültig der Charakter eines einfachen Allerweltsfahrzeugs genommen werde – erst der Elektromotor, dann das ABS und nun dies.

Ja, die Nachricht ist für einen mittelprächtigen Aufreger gut: Das S-Pedelec, also das bis 45 km/h elektromotorisch unterstützende Leichtkraftrad mit Helmpflicht und Versicherungskennzeichen, bekommt zur Saison 2018 vom führenden Beleuchtungsspezialisten Busch und Müller Hupe und Fernlicht spendiert. Weniger aufregend dürfte sein, dass zum vollen Paket, das von nun an als Erstausrüstung von schnellen Elektrorädern verpflichtend ist, noch mehr gehört: ein 150-Lux-Scheinwerfer, eine Nummernschildbeleuchtung und eine Rückleuchte mit einem durch die Betätigung des Bremshebels ausgelösten Bremslicht.

Aber eine – noch dazu grässlich aggressiv tönende – Hupe, ist es denn zu fassen? Jetzt werden diese wild gewordenen Elektroradler also auch noch aufblenden, wenn ihnen mal wieder ein sturer Blender mit Fernlicht begegnet? Und werden sie gar zurück hupen, wenn selbsternannte Verkehrserzieher hinterm Lenkrad wild fuchtelnd auf den Radweg deuten? Auf dem hat der Beweger eines L1e – so die offizielle Klassifizierung der schnellen Elektroräder – zwar in der Ortschaft nichts zu suchen, aber wen schert das schon?

Bitternis wird stattdessen bei vielen Elektroradlern herrschen, die sich längst ein wahrnehmbares Warnsignal gewünscht haben: Die akustische Aufrüstung ist erstens dem schnellen E-Bike vorbehalten, am Lenker des 25-km/h-Pedelec wird also weiterhin überhörbar geklingelt und nicht gehupt. Und keineswegs alles aus dem Paket des Meinerzhagener Anbieters ist nachrüstbar, sondern nur der Erstausstattung von Neurädern durch die Hersteller vorbehalten.

Quelle: F.A.Z.
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