FAZ plus ArtikelSCR-Katalysatoren

Ist eine Diesel-Nachrüstung machbar?

Von Johannes Winterhagen
 - 16:31

Wer einmal dem fröhlich pfeifenden Daniel Düsentrieb über die Schulter schaute, weiß: Dem Ingenieur ist nichts zu schwer, zumindest solange er sich in den Grenzen der Physik bewegt und es an Talern nicht mangelt. So erreichte der Mensch den Mond mit einer Rechnerleistung, die der eines heutigen Smartphones unterlegen ist. Und so ist es auch möglich, ältere Dieselfahrzeuge technisch umzurüsten, um den Stickoxidausstoß deutlich zu reduzieren. Warum also dreht sich die Debatte so lange um eine Hardware-Nachrüstung?

Die effizienteste Technik, um Stickoxide aus der Diesel-Verbrennung zu reduzieren, ist der Einsatz eines SCR-Katalysators. SCR steht für „selektive katalytische Reduktion“, und die funktioniert im Prinzip so: Dem Abgas wird Ammoniak beigemischt, das im Katalysator mit den im Abgas enthaltenen Stickstoffoxiden reagiert. Aus dem Auspuff kommen nur noch harmloser Stickstoff und Wasser. Doch die an sich gute Idee hat mehrere Fußangeln. Die wichtigste: Ammoniak ist ein Reizgas, das – im Gegensatz zu Stickoxiden – bei hohen Konzentrationen unmittelbar tödlich wirken kann. Deshalb nutzt man in einem SCR-Katalysator jene wässrige Harnstofflösung, die als Adblue mittlerweile an jeder Tankstelle zu haben ist. Sie enthält 32,5 Prozent harmlosen Harnstoff, der direkt vor dem Katalysator eingespritzt wird und sich erst dort in Ammoniak verwandelt, indem er durch den Einspritzdruck und die Temperatur in der Abgasanlage mit dem in der Lösung enthaltenen Wasser reagiert und verdampft.

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Quelle: F.A.S.
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