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Vision Urbanetic

Das Überraschungsei von Mercedes-Benz

Von Boris Schmidt
 - 15:08
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Im Daimler-Konzern jagt eine Neuheit die nächste. In der vergangenen Woche wurde in Stockholm der neue, rein elektrische Mercedes-Benz EQC vorgestellt, am Montag feierte in Kopenhagen die Nutzfahrzeug-Fraktion von Daimler die Premiere ihres Konzepts „Vision Urbanetic“.

Hierbei handelt es sich noch um eine Studie oder einen Prototyp, den Namensbestandteil „Vision“ trägt das Fahrzeug nicht umsonst. Es ist schon visionär, was sich die Techniker von Mercedes-Benz Vans ausgedacht haben: Auf eine rein elektrisch angetriebene Plattform mit einer Gesamtlänge von 5,14 Meter lässt sich entweder eine Passagierkabine oder eine Art Container zum Lastentransport aufsetzen. Natürlich wird völlig autonom gefahren, die Plattform könnte allein – ohne Aufsatz – zu ihrem Ziel finden und dort die Fracht aufnehmen. Als Cargo-Version schluckt der Prototyp zehn Europaletten, die maximale Nutzlast beträgt eine Tonne. Das Laderaumvolumen liegt bei 10 000 Liter, die Länge des Nutzraums ist 3,70 Meter.

Als Kleinbus – etwa für die Innenstädte auf festdefinierten Routen – bietet die Studie Raum für bis zu zwölf Personen, es gibt acht Sitz- und vier Stehplätze. Weil die Geschwindigkeit auf 60 km/h limitiert ist, sind keine Gurte nötig. Das niedrige Tempo schont zudem die Batterie. Es wird an eine Reichweite von 250 bis 275 Kilometer gedacht, die Cargo-Variante soll 80 km/h fahren können. Daimler-Design-Chef Gorden Wagener lobte anlässlich der Vorstellung das reduzierte Design mit seiner ästhetischen Funktionalität. Mit einer Höhe von 2,40 Meter und einer Breite von 2,30 Meter sei der Vision Urbanetic wie ein fahrendes Wohnzimmer. Der Korpus des Wagens sei von innen nach außen gedacht. Tatsächlich ist es sehr wohnlich im Innern, das über eine seitliche (Schiebe-)Tür betreten wird. Der vorhandene Platz wird optimal genutzt, es gibt schließlich keinen Fahrer, geschweige denn ein Lenkrad.

Unabhängig vom Fahrzeug an sich machen sich die Daimler-Techniker auch Gedanken um das große Ganze. Das System Vision Urbanetic soll ein Baustein auf dem Weg des Daimler-Konzerns zum zukünftigen Mobilitätsanbieter sein. So will sich der Hersteller auch um die nötige IT-Infrastruktur kümmern, die hinter solch einem „People Mover“ oder Cargo-System stehen muss. Bis es so weit ist, wird aber noch einige Zeit vergehen. Volker Morhinweg, Chef von Mercedes-Benz Vans, vermied es noch, eine konkrete Jahreszahl zu nennen. Klar ist, dass allein für das autonome Fahren noch viel entwickelt und rechtlich geklärt werden muss. Ideen gibt es aber schon viele.

So soll der Mover von sich aus Kontakt mit der Umgebung aufnehmen können, indem er zum Beispiel durch wechselnde Farben an der Seite signalisiert, dass er den Fahrradfahrer, den er gerade überholt, „gesehen“ hat (Fachwort Shadowing). Hält er vor einem Zebrastreifen, stellen sich die Entwickler vor, dem Wartenden mit einem grünen Licht – ähnlich dem einer Fußgängerampel – zu signalisieren, dass er über den Zebrastreifen gehen kann. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Cargo-Variante. Das Wechseln der Aufbauten – es sind natürlich auch noch weitere Lösungen denkbar – soll nur rund zwei Minuten dauern. Denkbar ist auch, dass die People Mover frei fahren und wie eine Art Sammeltaxi über App von den Städtern der Zukunft bestellt werden können.

Quelle: F.A.Z.
Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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