Münze auf Zwölfzylinder

Steht wie eine 1

Von Holger Appel
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Ja, der Gag ist nicht ganz neu, aber immer wieder gut. Man nehme eine Münze und stelle sie hochkant auf den Motor. Nun gibt es zwei Varianten: Die Maschine anlassen und darauf wetten, ob die Münze umfällt. Oder die Münze auf den schon laufenden Motor stellen und darauf wetten, ob sie umfällt. Mit dem modernen Dreizylinderzeugs braucht es erst gar nicht des Versuchs, die Dinger sind selbst unter maximal ausgleichswelliger Beruhigung so rappelig, dass der stabilste Euro keine Chance hat.

Deutlich stärker der vom Aussterben bedrohten Spezies zuzuordnen ist der Zwölfzylinder, dessen Vorzüge nicht mehr so richtig durchzudringen vermögen. Dabei sei jedem, der den kraftvollen Motor ablehnt, eine Begegnung empfohlen.

So viel Ruhe ist nirgends. Perfekter Massenausgleich und hohe Zündfrequenz vertreiben Vibrationen, weshalb im Innenraum eines so befeuerten Gefährts allein der Blick auf den Drehzahlmesser die Frage beantwortet, ob die Maschine ihrer explosiven Tätigkeit nachgeht oder nicht. Als der Bentley Bentayga im Hause war, nahmen wir eine 1-Euro-Münze und stellten sie hochkant auf den laufenden W12. Und da stünde sie noch heute, hätten wir den Wagen nicht wieder abgeben müssen. Ja, in der Ruhe liegt die Kraft.

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Appel, Frank-Holger (hap.)
Holger Appel
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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