Opel Grandland

Grand ohne vier

Von Martina Göres
 - 16:15
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Seit dem Aus für den Antara 2015 hatte Opel kein mittleres SUV mehr im Angebot und musste Wettbewerbern wie dem VW Tiguan oder dem Nissan Qashqai das Feld überlassen. Mit dem vom 21. Oktober an erhältlichen Grandland X ist Opel aber wieder im Spiel – mit Hilfe der neuen Muttergesellschaft Peugeot.

Der 4,48 Meter lange, attraktiv gezeichnete Fünfsitzer will sich eine große Scheibe vom in dieser Klasse üppigen Kuchen abschneiden und bringt dafür hohen Komfort, gutes Raumgefühl und zeitgemäße Assistenzsysteme mit, jedoch keinen Allradantrieb. Die Preise beginnen bei 23 700 Euro und liegen damit knapp 3000 Euro unter dem des VW Tiguan. Innerhalb der Opel-Palette rangiert der Neuling am oberen Ende der drei mit X gekennzeichneten Crossover-Modelle, er ist um 27 Zentimeter länger als der Mokka X. Den Crossland X, der wie der Grandland X einer lang vor der französischen Übernahme vereinbarten Kooperation mit PSA (Peugeot/Citroën) entstammt, überragt er um 20 Zentimeter.

Obwohl der Grandland X sich die Technik mit dem Peugeot 3008 teilt, hat er sich optisch seine Eigenständigkeit bewahrt. Mit der Bügelfalte in der Motorhaube und der in der Seitenansicht angedeuteten Sichellinie ist er eindeutig als Opel erkennbar. Auch das Cockpit mit den gut ablesbaren analogen Instrumenten und dem bis zu acht Zoll großen Touchscreen-Farbbildschirm ist aus anderen Opel-Modellen vertraut. Die Materialien sehen wertig aus und fassen sich solide an, Lenkrad und Schaltknauf liegen gut in der Hand. Die Sitze sind breit und bequem, für exzellenten Langstreckenkomfort sorgt das optional erhältliche AGR-Gestühl (Aktion Gesunder Rücken). Großzügige Platzverhältnisse – auch auf der Rückbank – macht der Radstand von 2,68 Meter möglich, das Gepäckvolumen von 514 bis 1652 Liter ist klassenüblich. Die Rücksitzlehnen klappen im Verhältnis 40:60 nach vorn, es entsteht eine ebene Fläche, allerdings liegt die Ladekante mit 87 Zentimeter recht hoch. Auf die verschiebbare Rückbank aus dem Crossland X wurde verzichtet.

Das mit 1350 Kilogramm zu den Leichtgewichten im Segment zählende SUV startet zunächst mit zwei vernunftbetonten, auch im Peugeot 3008 eingesetzten PSA-Motoren. Der 130 PS starke 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner gibt sich erstaunlich agil und ist dabei recht gut gedämmt. Der etwas drehmomentstärkere, laufruhige 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel mit 120 PS für 26 500 Euro liegt leistungsmäßig auf ähnlichem Niveau. Von 0 auf 100 km/h geht es in 11,1 und mit dem Diesel in 11,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 188 oder 189 km/h, zum Normverbrauch von 5,1 und 4,0 Liter je 100 Kilometer wird man in der Realität wohl mindestens zwei Liter hinzuaddieren müssen.

Das Sechsgang-Schaltgetriebe leitet die Kraft an die Vorderräder, gegen 1600 Euro Aufpreis ist eine Sechsstufenautomatik erhältlich. Statt Allrad bietet Opel optional Grip & Go, eine halbgare Kombination aus Allwetterreifen und elektronischer Traktionskontrolle. Die Federung gibt sich wohltuend komfortabel. Für 2018 sind ein 180 PS starker Diesel mit Achtgangautomatik und ein Benziner unterhalb von 120 PS avisiert. Auch einen Plug-in-Hybrid soll es geben, allerdings nicht vor 2019.

Die Basisversion des gemeinsam mit dem Peugeot-Bruder im französischen Sochaux gebauten Grandland X ist mit LED-Tagfahrlicht und -Rückleuchten, Verkehrsschilderkennung, Spurhalteassistent, Tempomat und Klimaanlage schon sehr ordentlich ausgestattet. Den Online-Assistenten OnStar – er kann neuerdings auch Hotelzimmer buchen und nahegelegene Parkhäuser finden – gibt es serienmäßig in der zweiten Ausstattungslinie Edition.

Auf der Optionsliste stehen adaptives Kurvenlicht mit Fernlichtassistent, automatischer Parkassistent, 360-Grad-Kamera, Navigation mit Smartphone-Integration und adaptiver Tempomat mit Stoppfunktion. Das ausgezeichnete Sicherheitsniveau wurde mit fünf Sternen beim europäischen Crashtest Euro NCAP belohnt.

Quelle: F.A.Z.
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