Probefahrt BMW X2

Sieben X für sechs Millionen

Von Boris Schmidt
 - 15:22
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Auch für BMW ist das SUV eine Erfolgsgeschichte: Zwar starteten die Münchner mit dem X5 im Jahr 1999 relativ spät, aber sie schoben dann sukzessive neue SUV nach: X3, X6, X1, X4 und jetzt den X2, der am 3. März in den Hallen der Händler Premiere hat. Im Herbst dieses Jahres kommt dann der X7, der das Programm nach oben abrundet. Dieser ist ein riesiges Auto mit drei Sitzreihen, das in erster Linie den amerikanischen Markt anspricht. Schon jetzt machen die X-Autos, von denen seit 1999 rund 5,5 Millionen Einheiten gebaut wurden, etwas mehr als ein Drittel der BMW-Jahresproduktion aus.

Der neue X2 ist technisch eng mit dem X1 verwandt, aber bei gleichem Radstand von 2,67 Meter acht Zentimeter kürzer und sieben Zentimeter flacher. Bei BMW spricht man von einem Coupé, und tatsächlich gefallen die Formen des neuen X, der wie einst die Coupé-Klassiker 2000 CS und 3.0 CSL das Markenemblem auch in den C-Säulen tragen darf.

Kleider machen Leute, doch noch immer ist wichtiger, was drinsteckt. Der 4,36 Meter lange X2 hat einen relativ großen Kofferraum mit 470 Liter Volumen, der sich durch Umlegen der dreigeteilten (40:20:40) Rückbanklehnen auf ein Volumen von 1355 Liter erweitern lässt. Die sich ergebende Ladefläche ist 1,50 Meter lang. Hinten lässt es sich überraschend passabel sitzen, die Beinfreiheit geht vollkommen in Ordnung für ein kompaktes Auto.

Unter die Haube kommt das, was BMW im Regal liegen hat. Alternative Antriebe sind für den X2 nicht vorgesehen, aber für 2020 wird ein vollelektrischer X3 versprochen. Zum Marktstart werden die X2-Modelle sDrive 20i sowie die beiden Diesel xDrive 20d und xDrive 25d angeboten. Beide Selbstzünder haben generell Allrad (xDrive) und sind Vierzylinder mit 2,0 Liter Hubraum. Geboten werden 190 PS und ein stattliches maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter oder aber 231 PS und noch stattlichere 450 Nm. Beide Diesel sind mit einer Achtgangautomatik kombiniert, sie erfüllen selbstverständlich die Abgasnorm EU6 und locken mit Normverbrauchswerten von 4,6 bis 4,8 oder 5,1 bis 5,3 Liter Diesel – je nach Reifengröße. Serienmäßig sind 17-Zoll-Felgen.

Der Benziner ist ebenfalls ein 2,0-Liter-Aggregat, hier gibt es 192 PS und 280 Nm, der Normverbrauch liegt bei 5,5 bis 5,9 Liter. Geschaltet wird mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Das Kürzel sDrive bedeutet Frontantrieb. Noch im Laufe des Jahres wird das Motorenangebot um den sDrive 18i (drei Zylinder), den xDrive 20i sowie einen kleineren Diesel (18d) mit und ohne Allradantrieb erweitert. Der Basispreis für den sDrive 18i mit 140 PS beträgt 34 050 Euro, der xDrive 20i kostet 41.350, der xDrive 25d 43.800 Euro. Die Ausstattungslinien Advantage, M Sport oder M Sport X verlangen Aufschläge, der starke Diesel kostet als M Sport X dann 51 750 Euro. Die Sportler haben unter anderem 19-Zoll-Felgen, Sportsitze und ein Sportfahrwerk.

Auf ersten Probefahrten im xDrive 25d erwies sich der als hart gefedert, selbst in der Comfort-Stellung (adaptive Dämpfer). Das Platzangebot hatten wir schon gelobt, das Cockpit kommt im typischen BMW-Stil, gegen Aufpreis sind die Armaturen digital und reichlich Assistenten erhältlich, zum Beispiel ein farbiges Head-up-Display. Alle X2 haben eine Auffahrwarnung mit City-Bremse, einen Aufmerksamkeitsassistenten und sechs Airbags. Grundausstattung ist zudem eine Audioanlage mit sechs Lautsprechern und 6,5-Zoll-Farbmonitor. Ein Navi-System kostet 1290 oder mit Head-up-Display und 8,8-Zoll-Schirm 2890 Euro. Auch die digitalen Armaturen sind in diesem Preis inbegriffen.

Gebaut wird der X2 parallel zum X1 in Regensburg. Um ein Haar wäre der X1 im vergangenen Jahr das meistverkaufte BMW-Modell geworden, doch schließlich behielt die 3er-Reihe mit gut 292.000 Zulassungen um 6000 Einheiten die Oberhand. Man kann davon ausgehen, dass der neue X2 dem X1 einiges an Volumen abnehmen wird.

Quelle: F.A.Z.
Frank Boris Schmidt
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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