Probefahrt SUV VW T-Roc

Das Feld von hinten aufrollen

Von Martina Göres
 - 15:13
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So läuft es üblicherweise bei Volkswagen: Spät stoßen sie in ein Segment vor, rollen dann das Feld von hinten auf und landen mit ihren sauber, aber meist konventionell gezeichneten Nachzüglern an der Spitze. Auch den seit einiger Zeit wie Pilze aus dem Boden schießenden kleinen SUV hatten die Wolfsburger lange Zeit nichts entgegenzusetzen. Von Ende November an aber wird der extrovertierte T-Roc die Bühne rocken, und das 4,23 Meter lange Crossover-Modell kommt derart frisch, selbstbewusst und sportlich daher, dass nicht erst die Kristallkugel bemüht werden muss, um ihm große Erfolge vorherzusagen.

Mit knackigen Proportionen und schwarzer Kunststoffbeplankung steht der 1,82 Meter breite und nur 1,57 Meter hohe Fünfsitzer stämmig auf der Straße. Ein Chromband spannt sich von den A-Säulen über die nach hinten abfallende Dachlinie bis in die breiten C-Säulen. Während Wettbewerber wie Renault Captur, Kia Stonic oder Opel Crossland X auf Allradantrieb verzichten, kommt der im portugiesischen Setúbal gebaute T-Roc auch als 4Motion. Die Preise beginnen bei 20 390 Euro.

Basis des kompakten Viertürers ist der Modulare Querbaukasten des Konzerns (MQB), auf dem auch VW Golf und Tiguan, Seat Ateca, Škoda Karoq und Audi Q2 aufbauen. Der Radstand von 2,60 Meter ermöglicht ordentlich Platz, wenn es auch im Fond des um drei Zentimeter längeren VW Golf etwas luftiger zugeht. Hinter der auf Wunsch elektrisch aufschwingenden Heckklappe wartet einer der größten Kofferräume im Segment. Er fasst 445 bis 1290 Liter, in die Allradversionen können 392 bis 1237 Liter hineingepackt werden. Mit nach vorn geklappten, im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehnen und variablem Ladeboden entsteht eine nahezu ebene Fläche. Die Ladekante liegt mit 74 Zentimeter über dem Boden aber hoch, und eine verschiebbare Rückbank gibt es nicht.

Je nach Ausstattung treibt es der T-Roc mit vier Farben für Instrumententräger, Mittelkonsole und Türeinfassungen auch innen bunt. Dass nicht jede Kunststoffoberfläche weich unterschäumt daherkommt, ist dem Kostendruck geschuldet, es wird mit den kolorierten Dekorleisten gut kaschiert. Die Materialien sind wie bei Volkswagen üblich tipptopp verarbeitet, Lenkrad, Schaltknauf und Automatikwählhebel fassen sich robust und solide an. Großer Wert wird auf Digitalisierung und Vernetzung gelegt, schließlich soll der T-Roc gezielt junge Kunden ansprechen. Die klassischen Rundinstrumente lassen sich auf Wunsch durch das volldigitale, frei konfigurierbare Cockpit ersetzen, und statt des serienmäßigen 6,5 Zoll großen Infotainmentsystems in der Mittelkonsole können zwei höherwertige, unter Glas liegende 8-Zoll-Systeme mit brillanter Grafik geordert werden.

Mittels Smartphone und Volkswagen Car-Net lassen sich diverse Online-Dienste und Apps nutzen, auch induktives Laden des Mobiltelefons ist möglich. Mit Front Assist inklusive City-Notbremse und Fußgängererkennung, Multikollisionsbremse und Spurhalter, Klimaanlage, LED-Tagfahrlicht und -Rückleuchten sowie Infotainmentsystem ist der T-Roc schon in der Basis gut ausgestattet. Darüber rangieren zwei gleichwertige Linien Style und Sport. Während der Style mit Zweifarblackierung und buntem Interieur aufgepeppt wird, setzt der Sport mit Progressivlenkung, Sport-Komfortsitzen und rot abgesetzten Bremssätteln auf Dynamik. Obendrein steht ein sportliches R-Line-Paket zur Wahl. Bei den elektronischen Helferlein ist der T-Roc auf der Höhe der Zeit: adaptiver Tempomat, Stauassistent, Parklenk- oder Fernlichtassistent, alles ist zu haben und treibt den Preis kräftig nach oben.

Die Antriebspalette ist mit drei Benzinern und drei Dieseln breit gefächert. Zum Marktstart gibt es den 115 PS starken Einliter-Dreizylinder-Benziner mit Frontantrieb und Sechsgangschaltung. Ebenfalls verfügbar ist der Zweiliter-TSI mit 190 PS für 30 800 Euro als T-Roc Sport mit Allradantrieb und 7-Gang-DSG. Später folgt der 1,5-Liter-TSI mit 150 PS mit Front- oder Allrad, Handschaltung oder DSG. Den Zweiliter-TDI mit 150 PS, Allrad und DSG zu Preisen von 32 100 Euro gibt es im nächsten Jahr auch mit Frontantrieb. Später gesellen sich noch der frontgetriebene 1,6-Liter-TDI mit 115 PS und der 190 PS starke Zweiliter-TDI als 4Motion hinzu. Erste Kilometer mit dem kräftigen Diesel und dem sportlichen Topbenziner zeigten: Der T-Roc hält, was seine flotte Optik verspricht. Keine Frage: Er wird die Szene rocken.

Quelle: F.A.Z.
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