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Von Lukas Weber
 - 10:28

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man es amüsant finden, wie ein windiger Abmahnverein Politik und Öffentlichkeit vor sich hertreibt. Die neueste Sau, welche die Deutsche Umwelthilfe durch das Dorf jagt, stammt aus Bayern. Der BMW – ein Diesel, weil es gerade modern ist, auf ihm herumzuhacken, morgen wird es der Benziner sein – habe eine unzulässige Abschalteinrichtung. Der „Beweis“: Bei hoher Drehzahl endet die Rückführung von Abgasen in den Brennraum. Ist das Ahnungslosigkeit oder Bosheit? Abgasreinigung müsse in jedem Betriebszustand funktionieren, unkt der Verein. Das muss sie nicht. Jedenfalls nicht diese.

Denn jene Therapie, die manchem wie eine Behandlung mit Eigenurin vorkommt, wird mit Nachteilen erkauft. Zwar sinkt die Verbrennungstemperatur und damit der Ausstoß an Stickoxiden, aber andere Schadstoffe nehmen zu, unter anderem Rußpartikel. Deshalb ist es völlig normal, dass die Hersteller die rückgeführte Abgasmenge mit steigender Last und Drehzahl sinken lassen. Mit unzulässigen Abschalteinrichtungen, die erkennen, ob ein Auto auf dem Prüfstand läuft, hat das gar nichts zu tun. So etwas konnten die Agitatoren offensichtlich nicht nachweisen. Anstelle dessen wird gemutmaßt, bis der Ruf der Marke ruiniert ist. Wer schützt die Menschheit vor solchen sogenannten Helfern?

Quelle: F.A.Z.
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Lukas Weber
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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