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Stillos auf Twitter

Von Michael Spehr
 - 00:46

Nachrichten kurz und knackig in 140 Zeichen packen: Das war bislang das Alleinstellungsmerkmal von Twitter. Alles verdichten, gegebenenfalls mit Abkürzungen oder einem empörenden Ausrufezeichen arbeiten: Auf diese Weise ist ein eigentümlicher, interessanter Twitter-Stil entstanden, der das Medium seit seiner Gründung vor elf Jahren prägt.

Nun verabschiedet man sich von Kürze und Würze, Twitter will die Zeichenzahl verdoppeln. Schon die 280-Zeichen-Ankündigung des Twitter-Chefs Jack Dorsey wirkt redundant, blumig, aufgeblasen. Sie lässt sich mühelos auf 140 Zeichen kürzen und zeigt damit, wie überflüssig und hilflos diese Reform ist. Das Hauptproblem von Twitter war nie die Beschränkung der Zeichenzahl, sondern das stagnierende Nutzerwachstum. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der monatlich aktiven Twitterer nur geringfügig von 300 auf 328 Millionen gestiegen. Die zu Facebook gehörende Bilder-Plattform Instagram hingegen verdoppelte im gleichen Zeitraum ihre Nutzerzahl und verzeichnet monatlich 700 Millionen aktive Mitglieder. Ohne Not verabschiedet sich Twitter von einer charmanten Marotte. Dass die Kehrtwende zu mehr Nutzern führt, darf man bezweifeln.

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Spehr, Michael (misp.)
Michael Spehr
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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