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Philips Airfryer XXL im Test

Einmal Hähnchen mit Pommes, bitte!

Von Marco Dettweiler
 - 11:34
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Der Backofen ist der heimliche Star der Küche. Auf dem Kochfeld wird zwar mit Pfannen und Töpfen zelebriert. Doch wenn es um die konzentrierte und kontinuierliche Zufuhr von Hitze geht, führt am Backofen kein Rezept vorbei. Moderne und teure Modelle erreichen ziemlich flott die gewünschte Temperatur, sind effizient, können nicht nur Umluft und grillen, sondern auch Dampfgaren. Solche Modelle bieten dem Koch viele Möglichkeiten, davor stehen jedoch auch entsprechende Investitionen.

In einigen Haushalten dürfte noch ein alter Herd stehen, der Grundfunktionen wie Ober- und Unterhitze sowie Umluft beherrscht, der aber viel Energie braucht, bis er sich aufheizt, und um die Temperatur zu halten. Dann stellt sich gerade bei kleineren Gerichten die Frage: Lohnt sich das? Wer sich keinen High-End-Backofen leisten kann und will, aber eine Vorliebe für ofentypische Gerichte hat, könnte Freund einer unterschätzten Gerätegattung werden, zu welcher der Airfryer XXL von Philips gehört.

Dieses schicke, in mattem und glänzendem Schwarz gehaltene Gerät, das etwa die Größe eines umgestülpten Plastikeimers von 10 Liter Inhalt einnimmt, macht eigentlich nur eines: Es erhitzt die Luft und verteilt sie fortwährend in seinem Inneren. Philips beschreibt diese Funktion etwas aufregender: „Das Geheimnis liegt im leistungsstarken Heizelement und Motor sowie der Twin-Turbo-Star-Technologie. Heiße Luft wird im gesamten Airfryer und um Ihre Speisen wie ein kräftiger Tornado umhergewirbelt.“

Der Airfryer ist also ein Minibackofen mit Umluftfunktion. Das Volumen der zu erhitzenden Luft ist im Vergleich zum normalen Backofen deutlich geringer. Das reduziert Zeit und Energie. Dennoch lassen sich mit ihm bis zu 1,4 Kilogramm schwere Lebensmittel auf bis zu 200 Grad erhitzen. Im Test haben wir den Start von null auf 135 Grad und von null auf 180 Grad gemessen. Der Airfryer braucht dafür gut zwei und vier Minuten. Im Vergleich braucht ein Standardbackofen erheblich länger. Das ist ein Vorteil des Airfryers. Die maximale Leistung von knapp 2300 Watt beansprucht er nur zu Beginn. Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, fährt er die Stromaufnahme auf etwa 70 Watt herunter.

Die Bedienung besteht aus fünf Tasten und einem Drehregler, sie ist übersichtlich. Die Temperatur lässt sich in Schritten von fünf Grad einstellen, die Zeit auf die Minute genau. Eine Taste dient dazu, das Lebensmittel warm zu halten, eine andere speichert bei Bedarf die individuelle Kombination aus Temperatur und Zeitangabe. Fünf Gerichte sind voreingestellt. Drückt man den Drehregler, unterbricht der Airfryer seine Tätigkeit. Für den Test wurden Hähnchen gebraten, Pommes trocken frittiert, Fisch gegart und Burger gegrillt. Noch bevor wir den Prozess beobachtet und das Ergebnis beurteilt haben, zeigte sich ein weiterer Vorteil solcher Geräte. Da der Airfryer auf der Ablage in der Küche steht, können die Lebensmittel wie in einem Backofen in Stehhöhe hinein- und herausgeschoben sowie gewendet werden, ohne dass sich der Koch bücken muss.

Um den Airfryer zu befüllen, zieht man an dem großzügig bemessenen Griff Pfanne, Auffangeinsatz und Korb mit Siebboden in einem heraus, die auf einer Schiene entlanggleiten. Hat man alles herausgezogen, wirkt die Konstruktion etwas wackelig, weil die Schiene im Vergleich zum Rest recht schmal ist. Sie hat aber während der Testphase gehalten. Um den Korb zu befüllen, muss man diesen nicht herausnehmen, er ist vollständig von oben zugänglich. Vom Hähnchen bis zum Burger ließ sich jedes Lebensmittel komfortabel hineinlegen. XXL meint Philips ernst. Obwohl offiziell nur bis zu 1,4 Kilogramm in den Korb sollen, ließ sich unser erster Broiler ordnungsgemäß einschieben – er brachte 1,7 Kilogramm auf die Waage. Die Schienenmechanik macht sich hervorragend, weil man zwischendurch das Hähnchen mit Öl bestreichen kann, ohne Handschuhe anzuziehen. Überhaupt ist der Airfryer in dieser Hinsicht unproblematisch. Sein Gehäuse wird nur handwarm.

Gegenentwurf zur klassischen Friteuse

Nun bewerben Philips und die Konkurrenz, die wie Tefal ähnliche Produkte im Angebot hat, diese Geräte meist mit der Möglichkeit einer fast fettfreien Zubereitung und somit als Gegenentwurf zur klassischen Friteuse. Was diese mit Fett oder Öl erzeugt, macht der Airfryer mit heißer Luft. So brauchen in der Tat eineinhalb Kilogramm selbstgemachte Pommes maximal einen Esslöffel Öl, damit sie schön knusprig werden. Im Unterschied zu Tefals Heißluft-Friteuse bleiben die Pommes unberührt im Korb liegen, so dass man sie zwei- bis dreimal kurz durchschütteln muss, damit sie alle gleich braun werden.

Das bleibt die Ausnahme. Hähnchen, Fisch und Burger mussten nicht gewendet werden. Der Drahtkorb lässt genügend Luft durch, damit die Lebensmittel von allen Seiten Hitze bekommen. Selbst das 1,7-Kilo-Hähnchen, das bedenklich nahe an der Heizspirale saß, brannte nicht an. Fisch und Burger behandelt der Airfryer so, dass sie durchgaren, ohne dass eine knusprige Außenschicht entsteht. Dadurch entfällt die Maillard-Reaktion, die geschmacklich Röstnoten mit sich bringt.

Pfanne, Auffangeinsatz und Korb lassen sich dank der Beschichtung gut reinigen. Nach der Hähnchen-Zubereitung sollte man allerdings alles erst einmal einweichen, bevor es in den Geschirrspüler geht. Manchmal muss man nach dem Spülgang dennoch ein paar Ecken auf dem Auffangeinsatz nachträglich abwischen, weil sich dort hartnäckig Fett, Marinade und Hautreste versammelt haben, die von der Geschirrspülmaschine nicht vollständig beseitigt wurden.

Nun ist der Airfryer aufgrund des Preises kein Gerät, das sich ein Hobbykoch mal so nebenbei kaufen und in die Küche stellen kann. Immerhin werden für das Modell mit Display (HD 9652), das unser Testgerät war, 340 Euro fällig. Es gibt noch eine abgespeckte Variante (HD 9630), bei der sich lediglich Temperatur und Timer über einen großen Drehknopf einstellen lassen. Diese kostet knapp 300 Euro. Für Studenten, die in ihrer Bude ohne Backofen auskommen müssen, oder Reisende, die in ihrer Ferienwohnung nicht auf Hähnchen mit Pommes verzichten wollen, ist der Airfryer ein attraktives Gerät. Ebenso dürften alle Küchenbesitzer Gefallen an ihm finden, die einen mittelmäßigen Backofen besitzen, sich aber keinen neuen kaufen wollen – oder die einfach Energie sparen möchten.

Quelle: F.A.Z.
Marco Dettweiler
Redakteur in der Wirtschaft.
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