Siku-Bagger im Maßstab 1:32

Ein Bagger mit Ladehemmung

Von Peter Thomas
 - 20:30
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Mit diesem Modell hat Siku eine Schaufel draufgelegt. Und das meinen wir im Wortsinn. Denn der Traditionshersteller von Metalldruckgussautos diverser Maßstäbe und Nutzfahrzeugmodellen im Maßstab 1:32 hat einen voll funktionsfähigen, ferngesteuerten Raupenbagger herausgebracht. Schon die bisherigen, ferngesteuerten Agrarmodelle und Lastwagen für die Modellbahn-Nenngröße 1 waren ziemlich gelungen. Aber mit der gelb lackierten Baumaschine, die einem Liebherr R 980 nachempfunden ist, machen die Lüdenscheider noch einiges besser.

Beispielsweise verzichtet das Modell auf einen proprietären Akku mit fummeligem Anschlusskabelchen und setzt stattdessen auf handelsübliche Batterien. Nur: warum hat man sich hier ausgerechnet für Babyzellen entschieden (zylindrische Batterien der Baugröße C)? Wo doch so gut wie alle elektronischen Helferlein im Haushalt mit Akkus der Formate AA (die stecken denn auch in der Fernbedienung) oder AAA betrieben werden? Also führt uns die Optimierung gleich nach dem Auspacken am Sonntagmorgen in die Stadt zur Tankstelle: Batterien kaufen, und zwar zum deutlich erhöhten Satz. Das ist auch eine Art von Elektromobilität. Und wir fragen uns, ob beim Ladenpreis von 230 Euro nicht eine Erstausstattung mit Akkus hätte drin sein können.

Und wie fährt sich der Zwei-Kilogramm-Koloss (das Original wiegt nach Sikus Angaben rund 100 Tonnen)? Das Ansprechverhalten der Fernsteuerung, die proportional sechs Motoren ansteuert, ist gut. Besonders kommt dies bei der Bedienung der beiden Raupenketten über zwei Wippen zum Tragen. Auf den Gummis kann der Bagger rumpelnd auf der Stelle drehen, über den kurz geschnittenen Rasen rollen und über ein langes Holzbrett als Rampe sogar im Kriechtempo auf die Terrassenbank fahren.

Ihre wirklichen Qualitäten spielt die Baumaschine aber nicht in voller Fahrt aus, sondern bei der harten Arbeit. Denn die Modellingenieure haben dem robusten Spielzeug eine Reihe von Details mitgegeben, die man sonst eher im anspruchsvolleren Funktionsmodellbau findet. So lassen sich über die beiden Joysticks Baggerarm, Löffelstiel und Löffel einzeln ansteuern. Die Grabbewegung reicht dabei deutlich unter die Ebene, auf welcher der Bagger selbst steht.

Am besten klappt das Ganze unter Laborbedingungen in der Werkstatt, wo der Mini-Gigant seine Zähne in eine Schale mit Kunststoffperlen senken kann. Zum Aufbrechen der dichten Krume im Blumenbeet hat die Reißkraft dann aber doch nicht ausgereicht. Erst mit händischer Unterstützung frisst sich der Löffel ins Beet. Abgerundet werden die ferngesteuerten Funktionen von verschiedenen Kombinationen der sechs LED-Scheinwerfer und der 360-Grad-Drehbewegung ohne Einschränkung dank Schleifring. Das Fazit: Den guten Eindruck, den der Bagger als Prototyp auf der Nürnberger Spielwarenmesse im Frühjahr hinterließ, hat unser Testgerät durchwegs bestätigt. Auch zusammen mit Lastwagen oder Traktor aus der Sikucontrol 32-Familie sorgt er für viel Spielspaß.

Quelle: F.A.Z.
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