Simmertopf von Elo ausprobiert

Lass simmern, Kumpel

Von Hans-Heinrich Pardey
 - 08:57

Simmern – auch das ist ein durch mangelnde Nutzung in seinem Fortbestand akut bedrohtes Verb. Zwar lassen die alltäglichen Kochshows landauf, landab fortwährend alles mögliche köcheln. Aber das ist nicht genau dasselbe wie simmern. Wenn der Tafelspitz im Sud köchelt, dann bewegen sich in der Brühe die Gemüsestückchen noch etwas im Kreis nach oben und unten. Simmert die Brühe, dann ist sie so glatt wie ein bayerischer See im Morgengrauen, wenn ihn sanft ein allererster Windhauch kräuselt.

Für genau diesen Grad der Erhitzung gibt es den Simmertopf, auch er ein in der Küche eher rar gewordener Spezialist. Ein Simmertopf aus Edelstahl wie der M+K 99414 von Elo für knapp 30 Euro sieht mit seinem Griff, der geraden Wandung und der Literskala im Innern aus, als sei er der altbekannte Milch- und Wassertopf. Deren ehemals unbestrittener Notwendigkeit als Basiswerkzeug in der Küche haben der Latte-Schäumer, der auch Milch bloß erhitzt, sowie des Mannes laut Umfragen liebstes Küchengerät ersetzt: der Wasserkocher.

Während das aber recht einfältige Helfer sind, ist der Simmertopf doppelwandig. Wenn man ihn anhebt, merkt man es sofort. Mit knapp 1500 Gramm bringt er samt dem dicken, für alle Herdarten geeigneten Boden mehr Leergewicht auf die Waage, als man seiner Größe zutraut. Das gilt erst recht, nachdem oben am Handgriff der Einfüllstutzen geöffnet und Wasser zwischen die beiden Wandungen gegossen wurde, bis ein kleines Schauglas den Füllzustand anzeigt. Dann geht es recht rasch. Verblüffend schnell wird die Milch heiß in diesem Wasserbad, denn nichts anderes stellt der Simmertopf dar, und das ganz ohne Anhängen oder Überkochen. Das Gleiche gilt für Babynahrung und all die Nudel-Saucen und sonstigen Zubereitungen, auf denen steht: Vorsichtig erhitzen, nicht kochen.

Man stellt nicht mehr für eine flinke Bolognese die Dose oder das Glas in den Topf mit heißem Wasser, sondern gibt den Inhalt einfach in den Topf, umrühren und fertig. Aber nicht nur in der schnellen Single-Küche macht sich der Simmertopf nützlich. Auch sämiger Kakao, Pudding oder Milchreis werden schnell, weil rund herum, zugleich aber sanft erhitzt. Und hinterher kein Abkratzen festgebackener Reste der Hollandaise oder Béarnaise. Nebenbei: Auch Tiefgefrorenes lässt sich auftauen. Und der Simmertopf darf in die Spülmaschine.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Pardey, Hans-Heinrich (hp./py.)
Hans-Heinrich Pardey
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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