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Wiesenmäher von Güde

Eine Motorsense auf Rädern

Von Georg Küffner
 - 08:02
Der Wiesenmäher WM 560 TRI von Güde. Bild: Hersteller, F.A.Z.

Zum Heumachen taugt der Wiesenmäher WM 560 TRI von Güde jedenfalls nicht. Denn von den vier am Bug des Geräts sich rasend schnell drehenden, vier bleisitiftstarken und rund 20 Zentimeter langen Kunststofflitzen werden die Grashalme regelrecht zerschlagen. Nur kleine Teile bleiben zurück, was den Vorteil hat, dass man das Gras nach dem Schnitt nicht zusammenrechen und auf den Komposthaufen tragen muss. Es kann an Ort und Stelle liegen bleiben.

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Für das Mähen gepflegter, handtuchgroßer Rasenstücke hinterm Haus ist das Gerät ungeeignet. Es will sich im rauhen Gelände austoben und mit der Kraft des ruppig laufenden, 3,5 PS leistenden chinesischen 160-Kubikzentimeter-Viertaktmotors aus der Fertigung des Wenling Jennfeng Industry Inc. rund 50 Zentimeter breite Schneisen ins Hochgras fräsen. Das funktioniert zufriedenstellend. Nur muss man den 34 Kilogramm schweren Apparat durchs Gras schieben. Einen Fahrantrieb gibt es nämlich nicht, was das Arbeiten mühsam macht, speziell dann, wenn die Wiese nicht bretteleben ist, sondern hügelig, und der Mäher immer mal wieder den Berg hinauf bugsiert werden muss.

Diese Schwachstelle hat man bei dem auf den Vertrieb unterschiedlichster technischer Geräte spezialisierten Handelshaus, der Güde GmbH & Co. KG aus dem nordöstlich von Schwäbisch-Hall gelegenen Wolpertshausen, erkannt und will entsprechend nachrüsten. Das Unternehmen meint, den Wiesenmäher schon in der kommenden Saison mit Fahrantrieb anbieten zu können. Spätestens jedoch für die Mähsaison 1919. Auch wird darüber nachgedacht, dem Mäher ein Bugrad zu spendieren. Zumindest ein Gewinde an der Unterseite, so dass komfortsüchtige Wiesenmäher ein Stützrad unter ihren Kreiselschneider schrauben können. Derzeit, und das ist in der Tat wenig elegant, rutscht das Vorderteil des Mähers über den Boden, während zwei Großrädern die Aufgabe zufällt, das Gerät beweglich zu halten.

Mehr Komfort bedeutet höheren Aufwand und damit wohl einen steigenden Preis. Momentan wird der WM 560 TRI von Güde für 379 Euro gelistet, wobei er dank spezieller Sonderaktionen auch schon für weniger als 300 Euro im Handel aufgetaucht ist. Rund 3000 Stück hat Güde bisher verkauft, an Leute, die lieber ein Fahrgerät nutzen, als einen über die Schulter hängenden Freischneider. Beide nutzen das gleiche Prinzip, wobei es sich, wie bei Motorsensen mit dem Faden, auch bei den rotierenden Litzen des Wiesenmähers um Verschleißteile handelt. Kommt man damit etwa einem Maschenzaun zu nahe, sind die giftig gelben Kunststoffruten schneller abgetrennt und verloren, als man schauen kann.

Das Tragen von Ohrenschützern und einer Gesichtsmaske wird empfohlen. Mit einem Schallpegel von 97 dB (A) kommt der Mäher dicht an die Lärmemission von „leisen“ Motorsägen heran. Und trotz eines fest installierten Schutzschildes können Steine oder Äste zur Seite geschleudert werden, so dass man im Betrieb recht vorsichtig sein sollte. Dem kommt entgegen, dass beim Starten kein Stress aufkommt: Das Anwerfen des Motors und das Hochfahren des Mähwerks sind getrennte Vorgänge. Erst wird der Motor gestartet. Läuft der rund, wird durch Hochdrücken eines Hebels das Schlagwerk zugeschaltet, das übrigens in der Höhe – also dem Abstand zum Boden – verstellt werden kann, somit lässt sich die Schnittebene ganz individuell verändern. Dazu werden zwei Schrauben gelöst, dann wird der Teller, auf dem sich das Gerät am Boden abstützt, auf der Antriebswelle verschoben.

Quelle: F.A.Z.
Georg Küffner
Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.
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