Medienschau

Amazon-Aktie nach Gewinnen auf Rekordhoch

 - 08:25

Unternehmensnachrichten

Amazon-Aktie nach hohen Gewinnen auf Rekordhoch

Der weltgrößte Online-Händler Amazon hat zum Jahresende deutlich mehr verdient als erwartet. Gewinnbringer seien im vierten Quartal insbesondere das Cloud Computing und der Handel mit E-Books gewesen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zugleich seien durch den Ausbau des Netzes an Warenlagern sowie Auftragsbearbeitungszentren die Kosten gesenkt worden. Anleger honorierten die Ergebnisse: Die Aktie der Ebay-Rivalen kletterte zeitweise um 11 Prozent auf den Rekordwert von 288 Dollar.

Vor allem in renditestarken Geschäftsfeldern wie den E-Books wuchs das Unternehmen. Nach den Worten von Konzern-Chef Jeff Bezos zog das Geschäft mit dem Reader Kindle im vergangenen Jahr um 70 Prozent an. Das klassische Buchgeschäft wuchs dagegen nur um 5 Prozent. Der Betriebsgewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent auf 405 Millionen Dollar. Die Bruttogewinnmargen lagen im vierten Quartal bei 24 Prozent, Analysten hatten mit 22 Prozent gerechnet. „Unglaublich starke Margen“, kommentierte Analyst Jordan Rohan von Stifel Nicolaus die Daten. Dank des wichtigen Weihnachtsgeschäfts stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 21,27 Milliarden Dollar. In den vergangenen Jahren waren die Gewinne gesunken, da Amazon in langfristiges Wachstum investierte. Neue riesige Bearbeitungszentren wurden errichtet und dadurch die Vertriebswege verkürzt und die Kosten gesenkt. In Konkurrenz zu Apple wurde der Tablet-PC Kindle entwickelt. Außerdem engagierte sich Amazon im Cloud Computing. Die neuen Zahlen deuten nach Analystenmeinungen an, dass Amazon nun in der Lage ist, aus diesen Investitionen attraktive Gewinne zu ziehen. (Reuters)

Nullrunde bei der Deutschen Bank

Die außertariflich bezahlten Mitarbeiter der Deutschen Bank müssen einem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr auf die sonst übliche Gehaltssteigerung verzichten. Das betrifft allein in Deutschland 25.000 Beschäftigte, die Hälfte aller Mitarbeiter am Heimatsitz der Bank, wie die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Mittwochausgabe berichtet. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es schon jemals eine Nullrunde gegeben hat“, zitierte das Blatt einen Arbeitnehmervertreter. Die Belegschaft solle in Kürze darüber informiert werden.

Dass die Gehaltsrunde demnach ausfällt, lässt Rückschlüsse auf die Höhe der Boni zu. „Die Töpfe hängen zusammen. Wenn es schon keine Gehaltssteigerung gibt, braucht man sich bei den Boni nicht viel erwarten“, sagte der Arbeitnehmervertreter. Am Donnerstagnachmittag - an diesem Tag legt das Finanzinstitut auch seine Zahlen vor - wolle sich die Konzernspitze den Fragen der Belegschaft stellen. Die Bank wollte zu den Informationen keine Stellung nehmen. Nach Ansicht von Analysten hat die Deutsche Bank im Schlussquartal 2012 nur noch einen Mini-Gewinn geschrieben. Das größte deutsche Geldhaus hatte vor Weihnachten schon gewarnt, dass Kosten für Rechtsstreitigkeiten und den Konzernumbau das Ergebnis deutlich belasten. Experten erwarten im Schnitt, dass unter dem Strich weniger als 100 Millionen Euro übrig bleiben. Das wäre ein Drittel weniger als im schwachen Vorjahresquartal. Auch der Jahresgewinn fällt demnach mit 2,9 Milliarden Euro um ein Drittel niedriger aus als 2011. (Reuters)

Neue Tests treiben Geschäft von Qiagen an

Die Geschäfte des Biotechkonzerns Qiagen haben zum Jahresende deutlich an Schwung gewonnen. Dank kräftiger Nachfrage nach neuen Tests und der Übernahme des amerikanischen Unternehmens Amni Sure baute Deutschlands größtes Biotechunternehmen seinen bereinigten Gewinn im Schlussquartal um 13 Prozent auf 82,8 Millionen Dollar aus, wie Qiagen am Dienstagabend mitteilte. Analysten hatten dem im Tec-Dax gelisteten Unternehmen nur 73,9 Millionen Dollar zugetraut. Zu dem Gewinnanstieg trug auch das vor rund einem Jahr aufgelegte Restrukturierungsprogramm bei, mit dem Qiagen unter anderem die Auslastung seiner Werke erhöhen wollte. Der auf Tests zum Nachweis von Krankheiten und Laborgeräte spezialisierte Konzern setzte von Oktober bis Dezember 346,5 Millionen Dollar um - ein Plus von 4 Prozent binnen Jahresfrist. Auch dies lag über den Erwartungen von Analysten. Im Gesamtjahr 2012 kam das 1984 in Düsseldorf gegründete Unternehmen damit auf einen Umsatzzuwachs von 7 Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar. Qiagen baute 2012 seinen bereinigten Jahresgewinn um 11 Prozent auf 260,7 Millionen Dollar aus.

Für das neue Jahr sieht sich der Konzern gut gerüstet: „Obwohl das Geschäftsumfeld weiterhin herausfordernd bleibt, greift unsere Strategie“, sagte Konzernchef Peer Schatz. Qiagen will seinen Umsatz 2013 und den bereinigten Gewinn weiter steigern. Dabei setzt das Unternehmen unter anderem auf seine Analyse-Maschine QIASymphony für Labore, die eine Vielzahl von Tests von der Probe bis zum Ergebnis verarbeiten kann. Mittels gezielter Zukäufe hatte Qiagen zuletzt sein Testangebot ausgeweitet, was auf der Maschine laufen kann. Waren Ende 2012 weltweit deutlich über 750 dieser Maschinen installiert, sollen es 2013 bereits mehr als 1000 sein. Insgesamt peilt Qiagen für dieses Jahr ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent an. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 2013 auf 1,16 bis 1,18 Dollar zulegen nach 1,08 Dollar im Jahr 2012. (Reuters)

Gründer will Mehrheit bei Dell

Dell-Gründer Michael Dell strebt laut einem Medienbericht einen Mehrheitsanteil an dem PC-Hersteller im Zuge der geplanten Übernahme an. Er wolle dafür seinen aktuellen Anteil von 15,7 Prozent sowie private Mittel von bis zu einer Milliarde Dollar einbringen, schrieb die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf informierte Personen.

Mit einer Mehrheit könnte Dell das von ihm gegründete Unternehmen nach Verlassen der Börse noch radikaler umbauen. Weitere Teilnehmer der bisher noch nicht offiziell bestätigten Übernahmegespräche sind laut Medienberichten der Finanzinvestor Silver Lake Partners sowie der Software-Riese Microsoft. Der Deal dürfte mehr als 20 Milliarden Dollar auf die Waage bringen. (dpa)

Geplanter Börsengang von LEG laut Medienberichten wohl überzeichnet

Das an die Börse strebende Immobilienunternehmen LEG kann sich laut einem Pressebericht über eine rege Nachfrage für seine Aktien freuen. Die für Freitag geplante Emission sei schon überzeichnet, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwochausgabe) aus Kreisen. Die Eigner von LEG, die Finanzinvestoren Goldman Sachs und Perry Capital, bieten 57,5 Prozent der Aktien von LEG Immobilien noch bis Donnerstag in einer Preisspanne von 41 bis 47 Euro zum Zeichnen an.

Die offenbar ausreichende Nachfrage für Aktien des ersten Börsenneulings 2013 müsse jedoch nicht bedeuten, dass der Ausgabepreis an der Spitze der Preisspanne liegt, heißt es weiter in dem Bericht. Im vom Makler Schnigge organisierten vorbörslichen Handel seien LEG-Aktien zwischenzeitlich „nur“ zu Kursen von 44 bis 45 Euro gehandelt worden. Damit könnten Goldman Sachs und Perry Capital mit dem Verkauf von 30,5 Millionen Aktien 1,35 Milliarden Euro erlösen. Sie hatten LEG im Jahr 2008 für knapp 800 Millionen Euro gekauft, allerdings auch 2,6 Milliarden Euro Schulden übernommen. Klappt der Börsengang, dann wäre LEG das zweitgrößte an der Deutschen Börse gelistete Immobilienunternehmen nach Gagfah. Die Gesellschaft gilt zudem als ein heißer Kandidat für den M-Dax. (dpa-AFX)

Rückstellungen bei GfK - Steuerhinterziehung bei Tochter

Der Marktforscher GfK stellt wegen Unregelmäßigkeiten und möglicher Steuernachzahlungen bei seiner türkischen Tochter einmalig 21 Millionen Euro zurück. Die Summe werde im Geschäftsjahr 2012 verbucht, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Das angepasste operative Ergebnis bleibe unverändert, das Konzernergebnis werde jedoch beeinflusst.

Das Nürnberger Unternehmen teilte mit, das frühere lokale Management der Tochtergesellschaft GfK Arastirma Hizmetleri A.S. habe nach ersten Erkenntnissen die GfK über Jahre betrogen und Steuern und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen. Das Unternehmen habe Selbstanzeige bei den türkischen Behörden erstattet und wollen mit ihnen eng zusammenarbeiten. (Reuters)

Roche stellt Gewinnwachstum und Dividendenerhöhung in Aussicht

Der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche hat trotz Milliardenkosten für den Konzernumbau und Forschungsrückschläge mehr verdient. Zugleich stellt das Unternehmen seinen Aktionären weitere Gewinnzuwächse und Dividendenerhöhungen in Aussicht. Im Vorjahr stieg der Gewinn um 2 Prozent auf 9,77 Milliarden Franken (7,8 Milliarden Euro), wie Roche am Mittwoch mitteilte.

Analysten hatten im Schnitt allerdings 9,94 Milliarden Franken prognostiziert. Die Dividende soll auf 7,35 Franken je Genussschein und Inhaberaktie angehoben werden. Im Vorjahr waren es 6,80 Franken. Im laufenden Jahr soll der Umsatz unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen wie 2012 wachsen. Der Kerngewinn je Titel, der Sonderposten ausklammert, soll stärker zulegen. Rivale Novartis hatte in der Vorwoche stagnierende Umsätze und einen operativen Gewinnrückgang in Aussicht gestellt. (Reuters)

Otto will neckermann.de wiederbeleben

Der Hamburger Versandhändler Otto will den Onlinehandel auf neckermann.de in den kommenden Wochen wieder aufnehmen. Angeboten werden sollen Waren aus dem Otto-Sortiment im niedrigen Preissektor. In einem ersten Schritt sollen keine Schwerpunkte im Sortiment gesetzt werden. Derzeit werden Interessenten von der Seite lediglich auf das Onlineangebot von Otto-Töchtern weitergeleitet. „Es geht einfach darum, nicht noch weitere Wochen ins Land gehen zu lassen, in denen die Domain neckermann.de brach liegt“, sagte Otto-Sprecherin Ulrike Abratis.

Je nach Kundeninteresse könne es später auch inhaltliche Schwerpunkte geben. Startpunkt des neuen Angebotes sei der Februar oder März. Otto hatte sich Ende vergangenen Jahres die Namensrechte von Neckermann und den Zugang zu den Kunden des untergegangenen Konkurrenten gesichert. Die Otto Group kaufte zudem zu einem nicht genannten Preis aus der Insolvenzmasse die Markenrechte und Internet-Domains wie neckermann.de und neckermann.com. Zudem darf Otto die Kundenkartei nutzen, um die früheren Neckermann-Besteller anzusprechen. Das soll in den kommenden Wochen verstärkt geschehen. (dpa-AFX)

Vattenfall setzt auf Offshore-Wind

Der Energiekonzern Vattenfall erwartet in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts einen neuen Schub für die Offshore-Windenergie in Deutschland. Dazu müssten allerdings zwei wichtige Hürden beiseite geräumt werden, sagte Georg Friedrichs, der bei Vattenfall europaweit für Offshore-Windprojekte verantwortlich ist.

Zum einen sei die sichere und pünktliche Netzanbindung für etliche Projekte nach wie vor nicht gewährleistet. Hier sei der Netzbetreiber Tennet in der Pflicht. Zum anderen sei nach 2017 die Vergütung des Windstroms unklar. Das sei vom Gesetzgeber in der nächsten Legislaturperiode des Bundestags zu lösen. (dpa-AFX)

Unicredit strafft im Osten - Verkauft 9,1 Prozent von Polen-Großbank Pekao

Die italienische Bank Austria-Mutter Unicredit optimiert ihren Kapitaleinsatz in der Gruppe, vor allem auch im Osten. Nach einer Aufsichtsratssitzung teilte die Mailänder Großbank am Dienstagabend mit, 23,9 Millionen Aktien beziehungsweise 9,1 Prozent von ihrer polnischen Banktochter Pekao zu verkaufen.

Der Verkauf des Anteils soll an institutionelle Investoren erfolgen. Das Bookbuilding läuft de facto ab sofort. Unicredit will aber mit zumindest 50,1 Prozent an der polnischen Großbank und damit mehrheitlich beteiligt bleiben. (dpa-AFX)

Preissenkungen drücken Gewinn von Hennes & Mauritz

Der erfolgsverwöhnte Textilhändler Hennes & Mauritz (H&M) hat im vierten Quartal die Auswirkungen der Schuldenkrise zu spüren bekommen. In den drei Monaten bis Ende November schrumpfte der Gewinn leicht auf 5,29 Milliarden schwedische Kronen, wie das auf preisgünstige Kleidung spezialisierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Hier schlugen Preissenkungen zu Buche, die H&M vornahm, um Kunden in die Läden zu locken. Mit den Zahlen lag H&M dennoch leicht über den Schätzungen der Experten. Der Umsatz stieg von 30,95 auf 32,50 Milliarden Kronen. H&M macht den Löwenanteil seines Geschäfts in der Euro-Zone. Die hiesigen Senkungen von Staatsausgaben und die steigende Arbeitslosigkeit machen dem schwedischen Unternehmen das Leben schwer. (dpa-AFX)

Japanische Konzerne wollen Thyssen-Krupp-Werk in Amerika kaufen

Die japanischen Konzerne Nippon Steel & Sumitomo Metal sowie JFE Holdings sind nach Informationen der Tageszeitung „Nikkei“ an einem Kauf des Thyssen-Krupp-Werkes in Alabama in den Vereinigten Staaten interessiert. Wie das Wirtschaftsblatt am Mittwoch berichtete, zählen die beiden japanischen Unternehmen nunmehr zum Interessentenkreis um den Stahlriesen Arcelor Mittal, das brasilianische Unternehmen Compañía Siderúrgica Nacional (CSN) und den amerikanischen Konzern Nucor.

Thyssen Krupp plant nach Milliardenverlusten den Verkauf der praktisch neuen Anlage in Alabama im Süden der Vereinigten Staaten. Anfang Januar teilte der Branchenprimus Arcelor Mittal mit, dass er ein Angebot für die Anlage in Alabama abgegeben habe. Nippon Steel & Sumitomo Metal wollen sich laut „Nikkei“ in ihrem Gebot mit Arcelor Mittal zusammenschließen. Geplant sei eine Erhöhung der Produktion von Stahl für den Autobau in den Vereinigten Staaten. Das Angebot von JFE Holdings soll laut „Nikkei“ ein getrenntes Gebot sein. Die Angebote von Arcelor Mittal und Nucor sollen laut „Wall Street Journal“ in der Größenordnung von 1,5 Milliarden Dollar liegen. CSN will der Zeitung zufolge außer dem Werk in Alabama auch ein Thyssen-Krupp-Werk in Brasilien kaufen und habe ein Angebot von zusammen 3,8 Milliarden Dollar vorgelegt. (AFP)

Canon rechnet dank schwachem Yen mit Gewinnanstieg

Der weltgrößte Kamerahersteller Canon rechnet dank des abgeschwächten Yen wieder mit steigenden Erlösen. Wie der japanische Konzern am Mittwoch bei Vorlage seiner Jahresbilanz mitteilte, sank der Nettoertrag im abgelaufenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 224,5 Milliarden Yen. Grund war neben der Abkühlung der Weltwirtschaft und einem Boykott japanischer Waren in China wegen eines Inselstreits auch der starke Yen. Die japanische Währung hat sich jedoch in Erwartung einer Konjunkturbelebung durch die neue Regierung inzwischen wieder deutlich abgeschwächt.

Im laufenden Jahr soll der Gewinn wieder um 13,6 Prozent anziehen. Im Berichtsjahr musste der Konzern, der auch Drucker und Kopierer produziert, einen Umsatzrückgang von 2,2 Prozent auf 3,48 Billionen Yen hinnehmen, wozu auch der Nachfragerückgang in China beitrug. Dieser dürfte nach Ansicht von Canon jedoch nur von vorübergehender Natur gewesen sein, weswegen im laufenden Jahr wieder mit einem Anziehen des Umsatzes um 9,5 Prozent auf 3,81 Billionen Yen gerechnet wird. (dpa-AFX)

LG Electronics mit Verlust im Weihnachtsquartal

Nach eine Kartellstrafe in Höhe von über 490 Millionen Euro ist der südkoreanische Elektronik-Hersteller LG im Schlussquartal 2012 wieder in die roten Zahlen gerutscht. Nach drei Quartalsüberschüssen in Folge fiel in den Monaten Oktober bis Dezember unterm Strich ein Minus von 468 Milliarden Won (etwa 320 Millionen Euro) an, wie der weltweit zweitgrößte Fernsehgeräte-Produzent am Mittwoch in Seoul mitteilte. Dagegen stieg der operative Gewinn um 25,2 Prozent auf 107,2 Milliarden Won.

LG ist eines von mehreren namhaften Elektronikkonzernen, darunter Philips, Panasonic und Toshiba, denen die EU-Kommission im Dezember eine Strafe in Rekordhöhe von 1,47 Milliarden Euro auferlegt hatte. Ihnen werden jahrelange Preisabsprachen bei Bildröhren für Fernseher und Computerbildschirme vorgeworfen. Auf LG entfielen dabei knapp 492 Millionen Euro. Beim Umsatz verzeichnete LG im vergangenen Quartal im Jahresvergleich konzernweit einen Rückgang um 2 Prozent auf 13,5 Billionen Won. Während der Umsatz in der Sparte mobile Kommunikation (mit Handys) um ein Prozent stieg, gingen die Umsatzerlöse in den drei Bereichen Heimunterhaltung (TV), Haushaltsgeräte sowie Klimaanlagen und Energielösungen leicht zurück. (dpa-AFX)

Chef von Energiefirma Chesapeake tritt nach Kreditaffäre zurück

Der Chef des amerikanischen Energieunternehmens Chesapeake zieht die Konsequenzen aus einer Serie umstrittener Kreditgeschäfte und tritt zurück. Wie der Konzern am Dienstagabend mitteilte, wird Vorstandschef und -mitgründer Aubrey McClendon zum 1. April die Firma verlassen. Die Aktie des zweitgrößten Gasproduzenten der Vereinigten Staaten profitierte von der Nachricht und stieg nachbörslich um 9 Prozent.

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC wie auch das Chesapeake-Direktorium ermitteln gegen den 53-Jährigen. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters aus dem vergangenen Frühjahr zufolge hat McClendon über drei Jahre lang Kredite von 1,1 Milliarden Dollar aufgenommen und seine Anteile an Chesapeake-Ölquellen als Sicherheit hinterlegt. Das Geld hat er Reuters vorliegenden Unterlagen zufolge genutzt, um in den Genuss potenziell lukrativer Sondervergütungen zu kommen: McClendon soll mit den Mitteln Beteiligungen an eben jenen Öl- und Gasquellen finanziert haben, die er als Sicherheit für die Kredite hinterlegt hat. McClendon hatte einen Interessenskonflikt bestritten. (Reuters)

Online-Shopping-Club vente-privee.com verzeichnet Milliardenumsatz

Der französische Online-Shopping-Club Vente-privee.com setzt seinen internationalen Wachstumskurs unvermindert fort. Im vergangenen Jahr konnte der weltweite Marktführer für sogenannte Flash-Verkäufe seinen Umsatz um 22 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro steigern. Diese entspreche einer Verdoppelung der Wachstumsrate im Vergleich zu 2011, teilte das inhabergeführte Unternehmen am Dienstag in Paris mit.

Vente-privee.com verkauft wie der 2010 von Ebay übernommene Konkurrent brands4friends in zeitlich befristeten Verkaufsaktionen Restposten bekannter Marken. In Deutschland hat das französische Unternehmen nach eigenen Angaben mittlerweile über eine Million Mitglieder. Europaweit sind es 18 Millionen. (dpa-AFX)

Wirtschaftsnachrichten

Milliarden-Hilfe für Zypern rückt laut Medienberichten näher

Die Bundesregierung gibt einem Zeitungsbericht zufolge ihren Widerstand gegen das geplante EU-Hilfspaket für Zypern offenbar auf. Zwar habe vor allem Finanzminister Wolfgang Schäuble weiter große Vorbehalte, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Mittwoch laut Vorabbericht unter Berufung auf Regierungskreise. Der Druck der Euro-Partner, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank sei aber so groß, dass man eine Rettungsaktion am Ende wohl werde mittragen müssen.

Auch könnte das Paket kleiner ausfallen als bisher befürchtet, hieß es in dem Bericht. Die Regierung in Nikosia hatte im Sommer 2012 um finanzielle Hilfe gebeten. Bisher rechneten die Euro-Partner mit 17,5 Milliarden Euro. Mit dem Geld will der Mittelmeerstaat vor allem marode Banken stabilisieren. In einigen Euro-Staaten - vor allem in Deutschland - gibt es Vorbehalte gegen Hilfen, da Zypern die Banken mit Niedrigsteuersätzen ins Land gelockt hat und im Verdacht steht, halbherzig gegen Geldwäscheaktivitäten vor allem russischer Kontobesitzer vorzugehen. (Reuters)

Ifo-Beschäftigungsindikator sinkt überraschend

Dem deutschen Arbeitsmarkt stehen einem Zeitungsbericht zufolge kritische Monate bevor. Das signalisiere das Ifo-Beschäftigungsbarometer für Januar, berichtet das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). Der vom Münchner Institut für Wirtschaftsforschung erstellte Indikator sei im Monatsvergleich von 106,9 auf 106,6 Punkte gefallen. Damit sei der seit dem Zweijahrestief im Oktober verzeichnete Aufwärtstrend überraschend abgebrochen.

„Die Bereitschaft der gewerblichen Wirtschaft inklusive des Dienstleistungssektors, neue Mitarbeiter einzustellen, ist im Januar gesunken“, zitiert die Zeitung den Ifo-Konjunkturexperten Klaus Wohlrabe. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter rund 9500 deutschen Unternehmen. (dpa-AFX)

Dividenden aus Mini-Beteiligungen werden steuerpflichtig

Die deutsche Wirtschaft muss sich auf eine Besteuerung ihrer Dividenden aus geringfügigen Firmenbeteiligungen einrichten. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat setzte am Dienstag in Berlin eine Arbeitsgruppe ein, die die Bedingungen für eine Besteuerung inländischer Streubesitzdividenden ausarbeiten soll. In Teilnehmerkreisen hieß es weiter, um eine Zustimmung des Bundesrates zu einem Gesetzentwurf der Koalition zu erreichen, sei eine Besteuerung nicht zu vermeiden. Dabei würden allerdings zahlreiche Ausnahmen geprüft, etwa bei Sparkassenverbünden oder Firmengründungen (Start-Ups).

Die Besteuerung von Dividenden aus geringfügigen Beteiligungen muss neu geregelt werden, weil der Europäische Gerichtshof die jetzige Gesetzeslage im Oktober 2011 gekippt hatte. Die Richter hatten moniert, dass deutsche Unternehmen auf Dividenden aus Mini-Beteiligungen von unter 10 Prozent an anderen Unternehmen zwar 25 Prozent Kapitalertragsteuer zahlen müssen, sie sich das Geld aber beim deutschen Fiskus zurückholen können. Ausländische Unternehmen können das allerdings nicht. Die Bundesregierung hatte deshalb vorgesehen, dass künftig auch ausländische Streubesitzdividenden steuerfrei gestellt werden. Dies hatte der Bundesrat, wo Union und FDP keine Mehrheit haben, jedoch wegen der zu erwartenden Steuerausfälle abgelehnt. Die nun eingerichtete Arbeitsgruppe soll bis zum 22. Februar nach einem Kompromiss suchen. Im Gespräch sei, die Schwelle von 10 Prozent zu senken. Denn bei Beteiligungen von über 10 Prozent sind die Dividenden generell steuerfrei. (Reuters)

Argentiniens Wirtschaftswachstum stark gebremst

Die argentinische Wirtschaft ist 2012 deutlich langsamer gewachsen. Die Wirtschaftsleistung legte nach erster offizieller Schätzung um 1,8 Prozent zu, nach 8,9 Prozent 2011, wie der Leiter des Statistikamts, Norberto Itzcovich, am Dienstag in der Zeitung „El Cronista“ berichtete.

Die Arbeitslosigkeit hielt sich indessen bei 6,9 Prozent. Für Bremsspuren sorgte demnach vor allem ein schwächeres Geschäft der argentinischen Auto- und Metallindustrie in Brasilien. (dpa-AFX)

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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