iPhone 8

Apple spielt mit dem Feuer

Von Dyrk Scherff
 - 16:36

Kommenden Dienstag ist wieder Showtime bei Apple: Mit der üblichen großen Öffentlichkeit schaut die Welt auf die Präsentation des iPhone 8. Es soll ein höherwertiges Display als sein Vorgänger haben und Gesichter beim Entsperren des Geräts erkennen. Hohe Erwartungen begleiten dieses Gerät, denn es soll das schwächelnde Geschäft mit dem Smartphone wieder voranbringen.

Das ist wichtig für Apple, denn es ist das mit Abstand bedeutsamste Produkt des amerikanischen Unternehmens. Es macht mehr als die Hälfte des Umsatzes aus. Seit dem Tod von Apple-Mitgründer Steve Jobs im Oktober 2011 hat Apple keinen neuen großen Umsatzbringer mehr herausgebracht. Die Apple Watch war die einzige Neuerung, doch sie leistet keinen großen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Aber obwohl die Anleger nun seit sechs Jahren auf „the next big thing“ warten, das die Abhängigkeit vom iPhone reduzieren könnte, schadet das Apple bisher nicht. Der Aktienkurs hat sich seit Jobs’ Tod von 54 auf 158 Dollar trotzdem verdreifacht. Das iPhone zieht noch immer bei den Kunden.

Diese Abhängigkeit von einem Produkt ist jedoch gefährlich, auch wenn sie bisher nicht zu einem Problem wurde. Denn gerade die Konsumelektronik unterliegt immer wieder radikalen Trendwechseln. Nokia als früherer Weltmarktführer bei Handys kann davon ein Lied singen. Die Finnen verschliefen den Smartphone-Boom und sind nun zum Nischenspieler geworden.

Apple rutscht auf den dritten Platz ab

Apple ist davon weit entfernt. Aber die Konkurrenz holt auf. Gerade haben die neuesten Verkaufszahlen aufhorchen lassen. Im Juni und Juli hat Apple seinen zweiten Platz hinter Samsung verloren – an den chinesischen Konkurrenten Huawei.

Apple will offenbar gar nicht versuchen, die Absatzzahlen wieder deutlich zu steigern. Das dürfte angesichts des hohen Preises auch schwierig werden. Der Einstieg in den Massenmarkt mit dem iPhone 5c vor ein paar Jahren scheiterte. Stattdessen sollen nun die Preise noch weiter klettern. Von 1000 Dollar für das neue iPhone 8 ist die Rede. Das ist selbst für die einkommensstarke Kundengruppe ein stolzer Preis. Apple muss aufpassen, sich seine treuesten Käufer nicht zu vergraulen.

Quelle: F.A.S.
Dyrk Scherff - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Dyrk Scherff
Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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