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Geht es unseren Kindern besser?

Von Rainer Hank
 - 11:44

Eltern sind für Kinder Fluch und Segen, Schicksal eben. Keiner kann sich seine Eltern aussuchen. Sie prägen das eigene Leben zum Guten oder zum Schlechten, manchmal sogar über viele Generationen hinweg. Dass es in einer Gesellschaft ungleich zugeht, hat sehr damit zu tun, in welche Familie einer hineingeboren wird, hängt hiervon viel mehr ab als von der Frage, ob dort, wo man lebt, ein kapitalistisches oder ein sozialistisches System herrscht. Herkunft lässt sich nicht überspielen. In der Familie werden die Gene weitergegeben; in der Familie wird der soziale Status vererbt. Die Familie ist dafür verantwortlich, dass es eine Klassengesellschaft gibt und dass wir diese Klassengesellschaft auch im Jubiläumsjahr des 200. Geburtstages von Karl Marx nicht überwinden werden.

Die Prägung durch die Familie war Freunden der Gerechtigkeit immer ein Ärgernis. Sozialisten und Liberale sind sich seit dem 19. Jahrhundert einig, dass es schön wäre, einen Zustand der Chancengleichheit herzustellen, der jedermann die gleichen Startchancen garantiert. Was er oder sie später daraus machen, ist seine und ihre Sache und mag zu Ungleichheiten führen, aus denen jedoch kein Gerechtigkeitsproblem entsteht. Aber am Beginn des Lebens ist Gleichheit eine Frage der Gerechtigkeit.

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Quelle: F.A.S.
Rainer Hank
Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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