Insolvenz

Locomore scheitert als Konkurrent der Bahn

Von Ulrich Friese
© dpa, F.A.Z.

Locomore, der vor Monaten gestartete Konkurrent der Deutschen Bahn, ist insolvent. Der private Betreiber einer Fernstrecke zwischen Berlin und Stuttgart hat am Donnerstag einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Charlottenburg in Berlin eingereicht. Das geht aus den Bekanntmachungen des Gerichts hervor. Als Verwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Rolf Rattunde bestellt, hieß es am Donnerstag.

Ob der Betrieb vorerst aufrechterhalten wird, ist fraglich. Locomore wurde 2007 von Geschäftsführer Derek Ladewig gegründet und finanzierte sich weitgehend über Crowdfunding. Die Geldgeber konnten im Gegenzug Anteile zeichnen und Tickets im Voraus buchen. Locomore ist nach eigenen Angaben in der Rechtsform einer beschränkt haftungsfähigen GmbH & Co KG organisiert.

Die Abteile versprühen einen Hauch von Nostalgie.
© AFP, F.A.Z.

Rund 62 Prozent der Gesellschaftsanteile werden von Gründer Ladewig gehalten. Die restlichen Anteile sind im Besitz weiterer Teammitglieder sowie 15 stiller Gesellschafter, heißt es auf der Webseite. Wenige Wochen nach dem Start meldete Locomore betriebliche Probleme. Verbindungen mussten gestrichen werden, weil Fahrzeuge ausfielen. Im April hieß es dann: „Wir beginnen mit Planungen für die weitere Expansion, ab Frühjahr 2018 wollen wir mit einem zweiten Zug Berlin mit Dortmund, Düsseldorf und Köln verbinden.“ Daraus wird nichts mehr.

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite

Themen zu diesem Beitrag:
Berlin | Deutsche Bahn | Locomore | Insolvenz