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Leitzinsen

Bank of England stellt straffere Geldpolitik in Aussicht

 - 14:10
Bei dem neuen 10-Pfund-Schein handelt sich um die erste Banknote in Großbritannien, die mit Blindenschrift versehen ist. Sie ist aus dem Kunststoff Polymer hergestellt und dadurch widerstandsfähiger als frühere Pfund-Noten und schwerer zu fälschen. Bild: dpa, dpa

Die britische Notenbank sieht die Möglichkeit, ihre extrem lockere Geldpolitik in absehbarer Zeit etwas zu straffen. Einigkeit besteht im geldpolitischen Ausschuss MPC darüber, dass eine geldpolitische Straffung schneller kommen könnte, als sie derzeit an den Märkten erwartet wird. Eine Mehrheit im MPC sieht es sogar als denkbar an, dass eine Straffung in den kommenden Monaten kommen könnte. Dies geht aus dem Protokoll zur jüngsten Sitzung der Notenbank vom Donnerstag hervor.

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Zurzeit wird an den Finanzmärkten mit einer ersten Zinsanhebung nach der Finanzkrise im Frühjahr 2018 gerechnet. Die Formulierungen der Notenbank lassen dagegen eine Zinsstraffung noch in diesem Jahr möglich erscheinen. Das britische Pfund reagierte auf die Nachricht mit Kursgewinnen zu Dollar und Euro. Für eine unmittelbare Anhebung des Leitzinses votierten nach wie vor nur zwei der insgesamt neun Mitglieder im MPC. Analysten hatten diese Stimmenverteilung erwartet.

Die Bank of England hat heute auch einen neuen 10-Pfund-Schein in Umlauf gebracht. Zu sehen ist auf der Banknote - neben Königin Elizabeth II. - die vor 200 Jahren gestorbene englische Schriftstellerin Jane Austen ("Stolz und Vorurteil"). Mehr als eine Milliarde Scheine seien bislang gedruckt worden, teilte die britische Notenbank am Donnerstag mit. Auf dem bisherigen Zehner war der Vater der Evolutionstheorie, Charles Darwin, abgebildet. Die alten Banknoten werden noch bis zum Frühjahr 2018 akzeptiert.

Bei dem neuen 10-Pfund-Schein handelt sich um die erste Banknote in Großbritannien, die mit Blindenschrift versehen ist. Sie ist aus dem Kunststoff Polymer hergestellt und dadurch widerstandsfähiger als frühere Pfund-Noten und schwerer zu fälschen. Im September 2016 hatte die Bank of England bereits einen Fünf-Pfund-Schein aus Polymer in Umlauf gebracht. Begleitet wurde die Einführung von einem öffentlichen Aufschrei, als bekannt wurde, dass in dem Kunststoff geringe Spuren tierischen Fetts enthalten sind. Mehr als 135.000 Menschen unterschrieben eine Petition, die zum Rückruf der Scheine aufforderte. Die Bank of England lehnte das ab. Sie kündigte aber an, für einen neuen 20-Pfund-Schein über Lösungen für ein Herstellungsverfahren ohne tierische Fette nachzudenken

Quelle: dpa
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