Handelsstreit

Mexiko verhängt Importzölle auf Schweinefleisch aus Amerika

 - 10:07

Mexiko verhängt nach Verbandsangaben Einfuhrzölle von 20 Prozent auf Schweinefleisch aus den Vereinigten Staaten.Die Entscheidung dazu sei Teil der Vergeltungsmaßnahmen der mexikanischen Regierung für die von dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium gegen das Nachbarland, erklärten Vertreter des Dachverbands der mexikanischen Fleischproduzenten am Montag.

Die Zölle sollen demnach für Schweinebeine und -schultern in gefrorenem wie im frischen Zustand gelten. Damit seien 90 Prozent der Schweinefleischimporte aus Amerika von den Zöllen betroffen. Das Volumen der amerikanischen Schweinefleischeinfuhren beträgt gut eine Milliarde Dollar pro Jahr.

Wegen der Strafzölle auf Stahl und Aluminium strebt Mexiko zudem ein Streitschlichtungsverfahren bei der Welthandelsorganisation (WTO) an. Die neuen Zölle verstoßen nach Auffassung der mexikanischen Regierung unter anderem gegen das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT), wie das Wirtschaftsministerium am Montag mitteilte.

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Heftige KritikAmerikanische Strafzölle lösen Gegenmaßnahmen aus

Zuvor hatten bereits Kanada und die EU Klage bei der WTO gegen die amerikanischen Sonderzölle eingereicht. Kanada will zudem Vergeltungszölle auf
Agrarprodukte erheben. Die Europäische Union plant Zölle auf Produkte aus Amerika wie Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder, Jeans oder Tabakprodukte.

Die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko verhandeln derzeit über eine Modernisierung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta). Nafta ist nach der gemeinsamen Wirtschaftsleistung eines der größten Handelsabkommen der Welt. Seit dem Inkrafttreten 1994 sind fast alle Zölle zwischen den drei Vertragspartnern gefallen.

Quelle: jsa./Reuters/dpa
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