Kapitalerhöhung

Deutsche Bank gibt neue Aktien günstiger aus

 - 18:17

Die Deutsche Bank hat den offiziellen Startschuss für ihre acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung gegeben. Die größte deutsche Bank legte den Ausgabepreis für die 687,5 Millionen neuen Aktien am Sonntag wie erwartet auf 11,65 Euro fest, wie sie in Frankfurt mitteilte. Das ist ein Abschlag von rund 35 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Das Geldhaus will mit der Kapitalerhöhung die restlichen Zweifel an ihrer Eigenkapitaldecke ausräumen. Aktionäre können die neuen Papiere von Dienstag an bis zum 6. April zeichnen – für je zwei ihrer Anteilsscheine erhalten sie ein Bezugsrecht für eine neue Aktie. Mehrere Großaktionäre haben bereits signalisiert, dass sie mitziehen wollen.

Die Deutsche Bank schöpft ihr genehmigtes Kapital mit der Ausgabe der neuen Aktien voll aus, die Zahl der Papiere wird auf mehr als zwei Milliarden aufgebläht. Die harte Kernkapitalquote soll damit von knapp zwölf Prozent auf gut 14 Prozent steigen, die kritische Verschuldungsquote soll sich auf 4,1 Prozent von 3,5 Prozent verbessern. Um den Erfolg der Kapitalerhöhung muss sich die Bank keine Sorgen machen: 30 Banken wären bereit, ihr überzählige Aktien notfalls zum Ausgabepreis abzunehmen.

Aktionäre dürften nicht davon profitieren

Die drei größten Aktionäre der Deutschen Bank, die zusammen auf mehr als 15 Prozent der Anteile kommen, wollen laut Insidern aber ohnehin an der Kapitalsammelaktion teilnehmen: der amerikanische Vermögensverwalter Blackrock, die Herrscherfamilie von Qatar und das erst kürzlich eingestiegene chinesische Finanz- und Unternehmens-Konglomerat HNA.

Es ist das vierte Mal seit 2010, dass die Deutsche Bank den Kapitalmarkt anzapft. Insgesamt wird das Frankfurter Geldhaus mit dem Abschluss der neuen Kapitalerhöhung fast 30 Milliarden Euro eingesammelt haben. Das ist mehr als die Bank an der Börse wert ist: 24,6 Milliarden Euro. Für die Aktionäre hat sich noch keine Kapitalerhöhung davon ausgezahlt. Vor sieben Jahren hatten sie noch je 33 Euro für die neuen Anteilsscheine zahlen müssen, 2014 bot die Bank sie zu je 22,50 Euro an, jetzt kosten sie gut die Hälfte davon.

An der Börse hatte sich die Deutsche-Bank-Aktie nach der kostspieligen Beilegung des Streits mit den amerikanischen Behörden um faule Hypothekenpapiere wieder auf 19 Euro berappelt, die Ankündigung der Kapitalerhöhung vor zwei Wochen drückte den Kurs bis Freitag aber auf 17,86 Euro. Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte gleichzeitig eine überarbeitete Strategie verkündet: Die Postbank, die sich nicht wie geplant verkaufen lässt, soll in das Privatkunden-Geschäft eingegliedert werden. Stattdessen will die Bank einen Minderheitsanteil an der Fonds-Sparte Deutsche Asset Management an die Börse bringen.

Quelle: Reuters
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