FAZ plus ArtikelNächster Präsident der EZB

Nur kein Deutscher?

Von Holger Steltzner
 - 09:07

Manche Mitglieder der nächsten schwarz-roten Regierung schrecken offenbar vor einem Deutschen an der Spitze der Europäischen Zentralbank zurück, weil sonst angeblich der AfD noch mehr Wähler zulaufen würden. Das ist so unglaublich, wie es klingt, aber leider ist es wahr. Die strittige Spitzenpersonalie ist so heikel, dass sie dem Vernehmen nach sogar von der Tagesordnung des Spitzentreffens der Koalitionsparteien am Mittwochabend gestrichen wurde.

Doch das hielt am Tag darauf einen führenden Unionspolitiker nicht davon ab, in einem Hintergrundgespräch mit Journalisten darüber zu philosophieren, wie die AfD gegen die Bundesregierung Stimmung machen könne, wenn ein deutscher EZB-Präsident eine gemeinsame Geldpolitik für alle 19 Euroländer betreiben würde, wie eine Zeitung aus Süddeutschland schrieb, welche die Vertraulichkeit brach. Ins schräge Bild passt, dass Berliner Regierungskreise die „Financial Times“ für eine Kampagne gegen Bundesbankpräsident Jens Weidmann mit anonymen Zitaten füttern, nur weil er Deutscher ist und (noch) gute Chancen hat, im Herbst 2019 Nachfolger des italienischen EZB-Präsidenten Mario Draghi zu werden.

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Quelle: F.A.Z.
Holger Steltzner
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