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BMW reagiert verärgert auf Selbstanzeigen der Konkurrenz

 - 16:21

BMW zeigt sich irritiert über das Verhalten von Daimler und VW im Zusammenhang mit angeblichen Kartellabsprachen zwischen den Autoherstellern. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann. Demnach liefen die Gespräche zwischen den Konzernen noch weiter, als Daimler und Volkswagen im Geheimen schon ihre Selbstanzeigen bei den Behörden eingereicht hatten. Entsprechend böse war die Überraschung für die BMW-Manager, als der Fall publik wurde.

„Wir waren irritiert“, sagt BMW-Vorstand Markus Duesmann, der selbst mit den Kollegen der anderen Konzerne am Tisch saß. „Im Rückblick ist es ein komisches Gefühl, dass wir mit den Wettbewerbern über Zusammenarbeit redeten, während deren Juristen die Zusammenkünfte schon angezeigt hatten bei den Wettbewerbsbehörden“, sagt Duesmann in der F.A.S. Die Lust der Bayern an vertieften Kooperationen mit Wettbewerbern hat der Vorfall jedenfalls gesenkt, schreibt die Sonntagszeitung weiter. Bestehende Verträge, etwa die Einkaufskooperation zwischen BMW und Mercedes, werden zwar weiter verfolgt. Neue Kooperationen aber liegen gegenwärtig auf Eis.

Bei der EU-Kommission läuft derzeit eine Voruntersuchung dazu, ob sich die deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Daimler unzulässig abgesprochen haben. In Medienberichten hieß es, auch der Volkswagen-Konzern habe eine Art Selbstanzeige rund um den Kartellverdacht bei den Behörden eingereicht. Daimler soll den Wolfsburgern dabei aber zuvorgekommen sein. Wer zuerst mit den Aufsehern kooperiert, darf auf den größten Nachlass bei einer möglichen Strafe hoffen.

Anders als Daimler und VW hat BMW keine Selbstanzeige abgegeben. BMW hatte in dieser Woche Besuch von Mitarbeitern der Europäischen Kommission erhalten. Die Ermittler sichteten und kopierten Unterlagen und befragten wegen der Kartellvorwürfe auch BMW-Mitarbeiter. Um die Kartellvorwürfe zu untersuchen, hat bei BMW vor rund 100 Tagen ein internes Team aus der Rechtsabteilung, Compliance und Konzernrevision seine Arbeit aufgenommen. Unterstützt wird es von einer internationalen Anwaltskanzlei. Da die möglichen Absprachen der deutschen Autohersteller mitunter viele Jahre zurückliegen, wird mit einer langen Aufarbeitung gerechnet.

Quelle: FAZ.NET
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