Diesel von Daimler

In zwei Wochen soll das Schummel-Ausmaß klar sein

 - 13:05

Daimler hat zugesagt, in zwei Wochen Klarheit über das Ausmaß von in Mercedes-Dieseln eingesetzter Schummel-Software zu schaffen. Das ist das Ergebnis des Treffens von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit Daimler-Chef Dieter Zetsche. Der Autobauer und die Behörden wollten in einem vertieften Austausch ermitteln, wie viele Modelle genau betroffen seien, erklärte Scheuer am Montag nach dem Gespräch mit in Berlin. Zu einem weiteren Treffen sollten die Ergebnisse auf dem Tisch liegen. „Es war ein gutes Gespräch, wie sehen uns in 14 Tagen wieder“, sagte Zetsche beim Verlassen des Ministeriums.

Scheuer hatte den Daimler-Chef zu sich beordert, weil das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vorige Woche einen Rückruf des Mercedes-Vans Vito wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung der Abgasreinigung angeordnet hat. Das KBA prüft noch weitere verdächtige Mercedes-Modelle. Nach Medienberichten könnten auch die C-Klasse und SUVs der G-Baureihe betroffen sein. Daimler ist zum Rückruf bereit, bestreitet aber, dass es sich um eine rechtlich nicht zulässige Funktion handelt.

Das KBA hatte erklärt, durch die Abschalteinrichtung komme beim Fahren im Straßenverkehr zu erhöhten Stickoxid-Emissionen – anders als auf dem Prüfstand. Mercedes soll deshalb weltweit gut 4900 Vito-Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6 in die Werkstätten holen und diese Funktion entfernen.

Stopp für Erst-Zulassungen

Das KBA habe Mercedes eine Frist bis 15. Juni gesetzt, um eine technische Lösung dazu vorzulegen. Wie das Ministerium weiter mitteilte, bedeutet der KBA-Bescheid auch ein vorläufiges Verbot von Erst-Zulassungen neuer Wagen dieses Modells.

Zudem laufe ein Verfahren, mit dem die Typgenehmigung für die Europäische Union nachträglich geändert werden müsse, teilte Scheuer weiter mit.

Video starten

Mercedes-RückrufeVerkehrsminister beordert Daimler-Chef zu sich

Illegale Abschalteinrichtungen hatten den Dieselskandal bei Volkswagen im September 2015 ausgelöst. Bei VW, Audi und Porsche wurden solche „Defeat Devices“ eingesetzt, um die Vorschriften für Stickoxid in den Vereinigten Staaten auf dem Prüfstand zu erfüllen. Durch die Abschalteinrichtung arbeitet die Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand der Behörden, nicht aber im Straßenverkehr.

Zetsche hatte kurz nach Auffliegen des Dieselskandals bei VW betont, bei Mercedes gebe es kein „Defeat Device“ zur Manipulation der Abgasreinigung.

Quelle: bth./Reuters/dpa
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenDaimlerKBADieter ZetscheDieselAlexander DobrindtCSUAndreas ScheuerBerlin