Bilder-Streit

Getty setzt sich gegen Google durch

 - 12:40

Ein jahrelanger Streit zwischen der Fotoagentur Getty und dem Internetkonzern Google endet damit, dass Google einen Lizenzvertrag mit Getty abgeschlossen hat. „Diese Vereinbarung bereitet den Boden für eine sehr produktive, kooperative Beziehung unserer Unternehmen“, wird Getty-Chef Dawn Airey in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Unternehmen standen seit Jahren in einer heftigen Auseinandersetzung. Google hatte in seiner Bildersuche die Fotos immer weiter aus dem Kontext der Webseiten herausgelöst und immer größer gezeigt. Getty sah seine Urheberrechte verletzt, schließlich legte die Bildagentur bei der EU-Kommission Beschwerde ein: Google habe seine Marktmacht missbraucht, es gebe keinen Grund mehr, auf die Webseiten selbst zu gehen.

Im vergangenen Januar verdonnerte die EU-Kommission Google zu einer Milliardenstrafe – nicht wegen dieser Beschwerde, sondern weil Google seine eigene Produktsuche gegenüber anderen bevorzugt habe. Gleichwohl hat sich inzwischen die generelle Stimmung gegenüber Google und anderen Internetkonzernen verändert: Selbst im Silicon Valley wächst der Wille, die Unternehmen stärker zu regulieren.

Google verändert die Bildersuche

Nach der jetzt geschlossenen Vereinbarung gibt es einige Veränderungen an Googles Bildersuche: Die Herkunft der Bilder wird deutlicher angezeigt, zudem werden die Fotos nicht mehr so auffällig direkt außerhalb des Kontexts der Webseiten verlinkt, wie mehrere amerikanische Medien beobachtet haben. Die Beschwerde von Getty an die EU-Kommission ist inzwischen zurückgezogen.

Wie viel Geld wegen der Vereinbarung fließt, sagen die Unternehmen nicht. Google war bisher für eine weitere Stellungnahme am Samstag nicht zu erreichen. In der Mitteilung heißt es nur: „Wir sind froh, dass wir diese Lizenzvereinbarung mit Getty Images unterschrieben haben, und wir werden die Bilder ab sofort in vielen unserer Produkte und Dienste verwenden.“

Getty Images Hulton Archive
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Quelle: bern.
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