Hochgeschwindigkeits-Internet

Die Telekom verspricht 5G bis zum Jahr 2025 für fast jeden

Von Helmut Bünder, Düsseldorf
 - 17:29

Die Deutsche Telekom will mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G in wenigen Jahren fast die gesamte Bevölkerung in Deutschland erreichen. In einem Acht-Punkte-Programm verspricht sie bis zum Jahr 2025 eine Abdeckung von 99 Prozent. Bis dahin sollen außerdem 90 Prozent der Fläche versorgt sein, um „weiße Flecken“ auch in ländlichen Gebieten möglichst gering zu halten.

Dabei setzt die Telekom verstärkt auf Kooperationen mit anderen investierenden Unternehmen. „Die Digitalisierung Deutschlands ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Verbände, Netzbetreiber, Politik und Forschung müssen an einen Tisch“, sagte der Vorstandsvorsitzende Tim Höttges in Berlin.

Auf dem Land ist die Telekom bereit, sämtliche Antennenstandorte an andere Interessenten zu vermieten. Beim Ausbau des Glasfaser-Festnetzes strebt sie nach den Verträgen mit EWE Tel und lokalen Stadtwerken ebenfalls weitere Kooperationen an. Doch der 8-Punkte-Plan umfasst auch eine Wunschliste an die Politik.

Tests mit Osram

Ganz oben stehen „maßvolle Vergabebedingungen“ bei der im kommenden Jahr geplanten Versteigerung der Frequenzen für 5G-Anwendungen und der Verzicht auf verpflichtende Auflagen zur Öffnung des eigenen Netzes für Mobilfunkdiscounter. Auch eine verpflichtendes Inlands-Roaming lehnt die Telekom ab, ist aber zu einem freiwilligen, kommerziell verhandelten Roaming in Deutschland bereit.

Ein wichtiges Anliegen sind vereinfachte und beschleunigte Genehmigungsverfahren für den Aufbau von 5G-Antennenstandorten. Nicht zuletzt wünscht sich die Telekom, dass öffentliche Liegenschaften dafür freigegeben werden. Aktuell verfügt die Telekom über 27 000 Sendeantennen in Deutschland. Jedes Jahr sollen mindestens 2000 hinzukommen.

Alle diese Standorte müssen für 5G nach und nach an Glasfaserleitungen angeschlossen werden. Das ist Voraussetzung, um die geplante Verzehnfachung der Übertragungsgeschwindigkeiten und Reaktionen nahezu in Echtzeit zu erreichen. Nur so lassen sich viele neue Anwendungen in der Industrie, im Verkehr und der Medizin realisieren. Außerdem sei der Bau von 10 000 kleineren Funkzellen zur besseren Versorgung an Orten mit besonders starker Nachfrage oder in Gebäuden geplant.

Wie Claudia Nemat, im Vorstand für Technologie und Innovation zuständig, in Berlin erläuterte, werden im ersten Schritt vor allem Hochleistungsnetze für die Industrie entstehen. Vorreiter sei das Campus-Netz mit dem Partner Osram. In Campus-Netzen würden die Netzleistungen in einem fest umrissenen Gebiet, zum Beispiel einer Industriefläche, genau auf die Kundenanforderungen zugeschnitten. Auf dem Werksgelände in Schwabmünchen laufen erste Tests mit Osram, bisher allerdings noch auf der Basis einer Technikkombination von LTE und künstlicher Intelligenz.

Quelle: F.A.Z.
Helmut Bünder
Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
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