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Digitale Finanzdienste

Die Chinesen lieben Fintechs

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Das chinesische Finanztechnologie-Start-up Ant Financial hat vor wenigen Tagen eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, deren Ausmaß in die Geschichte eingehen dürfte. Das Unternehmen aus Hangzhou an Chinas Ostküste teilte mit, von Investoren 14 Milliarden Dollar eingesammelt zu haben. Berichten zufolge soll die Bewertung von Ant Financial damit auf 150 Milliarden Dollar steigen.

Das Unternehmen, das vom ebenfalls in Hangzhou ansässigen Internetkonzern Alibaba gegründet wurde und von diesem kontrolliert wird, könnte die Muttergesellschaft noch übertrumpfen, wenn es wie geplant im kommenden Jahr an die Börse geht. Alibaba hatte vor vier Jahren in New York 25 Milliarden Dollar bei seiner Erstnotiz eingesammelt.

Ant Financial ist spätestens seit dieser milliardenschweren Finanzspritze einer der ganz großen Fische im Teich der Fintech-Unternehmen. Überhaupt haben die Chinesen in der Branche die Nase vorn. Das wurde auch auf der Money 20/20-Koferenz deutlich, bei der vergangene Woche hunderte Fintech-Konzerne, von kleinen Start-ups bis hin zu den Marktführern, in Amsterdam zusammen kamen.

600 Millionen Nutzer allein in China

„Alibaba und Ant Financial – wir sind buchstäblich die weltweit größten Fintech-Unternehmen und gleichzeitig die größten Online-Händler, und diese massiven Maschinen wachsen jährlich auch noch um mehr als 50 Prozent im Jahr“, sagte Li Wang, Chefstratege der Bezahlplattform Alipay für Europa, den Mittleren Osten und Afrika auf der Konferenz in einem Interview mit CNBC.

Li zufolge hat Alipay 870 Millionen aktive Nutzer, 600 Millionen davon leben allein in China. Die Nutzerzahlen belegen, wie schnell chinesische Konsumenten andere Länder in der Nutzung von Fintech-Angeboten überholt haben.

Einer Studie der Wirtschaftsprüfung EY bestätigt das. Untersucht wurde, wie stark Fintech-Angebote in 20 Märkten angenommen wurden. Dabei kam heraus, dass 69 Prozent der Chinesen in den vergangenen sechs Monaten mindestens zwei Fintech-Dienste genutzt haben. Mit 52 Prozent belegt Indien den zweiten Platz, gefolgt von Großbritannien mit 42 Prozent. 35 Prozent der digital aktiven Deutschen nutzen der Studie zufolge Fintech-Angebote.

Fintech-Dienste werden beliebter

Damit landet Deutschland immerhin unter den ersten zehn Plätzen – und das, obwohl deutsche Banken bislang kein einziges wirklich erfolgreiches Digitalprojekt starten konnten.

In Japan scheint es indes große Vorbehalte gegen die digitalen Finanzdienste zu geben. Nur 14 Prozent der Bevölkerung nutzen sie. Schlusslicht bilden die Benelux-Staaten mit 13 Prozent. Für die Studie wurden insgesamt 22.000 Online-Interviews geführt.

„China steht an der Spitze. Und das obwohl die Menschen dort zwar sehr digital-affin, aber nicht sehr zahlungskräftig sind“, sagte Thomas Bull, Herausgeber des EY Fintech Adoption Index.

Besonders beliebt über alle Nationen hinweg sind mobile Bezahlsysteme, gefolgt von digitalen Versicherern, Investitionshelfern, Finanzplanern und Anleiheberatern. In all diesen Bereichen nahm die Nutzung im Vergleich zu 2015 zu – am stärksten in Großbritannien und in Australien.

Quelle: jsa./hena.
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