Reform im EU-Parlament

Jetzt kommen die Regeln für Drohnenbesitzer

 - 16:03

Für den Einsatz von zivilen Drohnen etwa beim Katastrophenschutz soll es in der EU künftig gemeinsame Sicherheitsvorschriften geben. Eine entsprechende Reform der europäischen Flugsicherheitsverordnung aus dem Jahre 2008 brachte das Europaparlament am Dienstag unter Dach und Fach. Demnach müssen Drohnen künftig in nationalen Dateien registriert werden, damit sie einem Betreiber zugeordnet werden können.

Betreiber müssen demnach nachweisen, dass sie die Drohnen sicher lenken können – ohne Menschen am Boden oder andere Nutzer des Luftraums zu gefährden. In bestimmten Fällen müssen sie ein entsprechendes Training absolvieren.

Für Drohnen, die mehr als 150 Kilogramm wiegen oder die in einem Sektor mit besonderen Risiken eingesetzt werden, können zudem zusätzliche Auflagen beschlossen werden, etwa ein automatisches Landesystem für den Fall, dass der Betreiber die Kontrolle über den Flugkörper verliert. Ausgenommen von den Vorschriften sind sehr kleine Drohnen, wie sie etwa in der Landwirtschaft zur Überwachung der Kulturen verwendet werden.

Video starten

Mavic Air im TestWas kann die kompakte Drohne?

Im Drohnen-Markt steckt viel Potential

Die Neuregelung sieht außerdem eine engere Kooperation zwischen der in Köln ansässigen EU-Agentur für Flugsicherheit (EASA) und den nationalen Aufsichtsbehörden vor. Sie sollen künftig beispielsweise gemeinsam die Risiken beim Überflug von Konfliktzonen ermessen.

Die EASA solle zudem verstärkt schlechte Arbeitsbedingungen – etwa bei low-cost-Fluggesellschaften – unter die Lupe nehmen, die auf Kosten der Sicherheit gehen können, erläuterte die SPD-Europaabgeordnete Gabriele Preuß. Dies habe das Europaparlament bei den Verhandlungen mit den EU-Staaten durchgesetzt.

Auf die Neuregelung hatten sich Unterhändler des Parlaments und der Mitgliedsländer im November geeinigt. Nach der Zustimmung des Plenums kann sie nun in Kürze in Kraft treten.

Der Einsatz von unbemannten Flugkörpern – etwa beim Zivilschutz oder der Verkehrsüberwachung – dürfte nach Schätzung der EU-Kommission in den kommenden zehn Jahren stark anwachsen. Die Brüsseler Behörde schätzt das Volumen des Drohnen-Marktes in der EU auf jährlich rund 15 Milliarden Euro. Bis 2050 könnte diese Industrie demnach etwa 150.000 Arbeitsplätze schaffen.

Quelle: jsa./AFP
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenEuropäische UnionDrohneEuropäische KommissionEuropäisches Parlament