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Klauen die Roboter unsere Jobs?

Von Corinna Budras
 - 14:33

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und eifriges SPD-Mitglied, ist ein Mann der Tat. Oder zumindest ein Mann des Vorschlags, aus dem dann irgendwann einmal eine Tat werden soll. Ein „soziales Grundeinkommen“ möchte er einführen, um die digitale Zukunft menschenwürdig zu gestalten. Herzstück seines Vorschlags ist die Ergänzung von Hartz IV durch „ein neues Recht auf Arbeit“, so schrieb er Anfang der Woche in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Im Klartext bedeutet das: Hartz-IV-Bezieher sollen eine staatlich geförderte Arbeit zu einem staatlich finanzierten Bruttolohn von 1500 Euro im Monat erhalten. Doch nicht irgendeine Arbeit, gesellschaftlich relevant soll sie sein: Babysitter oder Flüchtlingshelfer zum Beispiel. Hauptsache, helfen.

Das ist als Mahnung an die eigene Partei zu verstehen, nicht den Kampf gegen die soziale Ungleichheit zu vergessen, den man doch noch im Wahlkampf so vollmundig versprochen hat. Jetzt, wo man es doch endlich auf die Regierungsbank geschafft hat. Der Vorschlag hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Die Wirtschaft brummt gerade, noch nie waren so viele Menschen in Lohn und Brot wie jetzt. Deshalb muss Müller die Sorge um die Zukunft bemühen, um seinen Vorschlag zu rechtfertigen. Und die ist groß: Wer weiß schon, ob es in naher oder zumindest etwas fernerer Zukunft noch so etwas wie Jobs gibt? Oder ob dann die Autos nur noch aus dem 3D-Drucker kommen, Roboter unsere Kinder unterrichten und die Alten und Kranken pflegen?

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Quelle: F.A.S.
Corinna Budras
Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.
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