Facebook-Chef Mark Zuckerberg

„Die Welt ist heute geteilter, als ich erwartet habe“

Von Thomas Oberfranz
 - 21:18

Mark Zuckerberg gibt sich selbstkritisch. In einem Podcast auf “Freakonomics Radio“ sagte er am Mittwoch: „Wir waren darauf fixiert, die Welt offener und vernetzter zu machen.“ Kritiker werfen Facebook vor, zu wenig gegen Fake-News und Hass zu tun. „Die Welt ist heute geteilter, als ich es erwartet habe“, sagt der Facebook-Gründer. Er dachte, die Welt zu vernetzen sei genug, damit sich einige Probleme von selbst lösen würden.

Im Interview mit „Freakonomics Radio“ spricht Zuckerberg über die Rolle Facebooks in der Gesellschaft. Hauptaufgabe seines Unternehmens sei es, Menschen miteinander zu verbinden. Ein Beitrag sei es auch, dass sich Menschen unterschiedlicher Meinungen austauschen könnten. „Es gibt gute Seiten an Menschen und es gibt schlechte Seiten an Menschen. Ich glaube, alles in allem sind Menschen gut“, sagt Zuckerberg. Sehr wichtig für die Gesellschaft sei es, offen zu sein. „Aber es kann herausfordern sein. Konfrontiert zu werden mit Wahrheiten oder Ansichten, die nicht zu unseren passen, macht unser Leben nicht einfacher.“

Wolle man eine Diskussion starten, an der andere produktiv teilnehmen sollen, sei es am wichtigsten, sich zunächst mit jemandem zu verbinden, mit dem man etwas gemeinsam habe. Als Beispiel nennt Zuckerberg, „wenn Sie einfach im Internet in einen öffentlichen Thread gehen und Sie eine Debatte über Waffenkontrolle starten, würde das möglicherweise nicht sehr produktiv werden“. Es sei einfach, andere Menschen zu entmenschlichen, ihnen keine Empathie entgegenzubringen. Soziale Netzwerke könnten hier Gutes tun, sie könnten zuerst Menschen miteinander verbinden, die etwas gemeinsam haben. „Dann erkennen Sie, dass die andere Person eine Person ist“, sagt Zuckerberg.

Facebook ist auch 2018 noch das meist genutzte soziale Medium. Nach Daten von Statista, hatte Facebook im Januar über 2,1 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Auf Platz zwei der Auflistung der meistgenutzten Sozialen Medien und Messenger folgt YouTube mit 1,5 Milliarden aktiven Nutzern im Monat. Mit jeweils 1,3 Milliarden monatlichen aktiven Nutzern zählen der Facebook-Messenger und der Messengerdienst WhatsApp, der ebenfalls zum Zuckerberg-Imperium gehört, zu den meistgenutzten Diensten. Monatlich aktive Nutzer sind Nutzer, die den Dienst mindestens einmal im Monat anwenden.

Ehrgeiziges Vorhaben
Mark Zuckerberg will alle Krankheiten besiegen
© AP, reuters
Quelle: FAZ.NET
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