Zu viel Konkurrenz

Technik-Manager verlassen Disney

Von Roland Lindner, New York
 - 11:02

Sheryl Sandberg und Jack Dorsey, zwei der prominentesten Manager aus der amerikanischen Technologiebranche, verlassen den Verwaltungsrat von Walt Disney. Der Unterhaltungskonzern teilte mit, es sei „zunehmend schwer“ für Sandberg und Dorsey, in dem Aufsichtsgremium Interessenkonflikte zu vermeiden.

Sandberg führt als Chefin fürs Tagesgeschäft die Geschäfte des sozialen Netzwerks Facebook. Dorsey ist Vorstandsvorsitzender des Kurznachrichtendienstes Twitter. Es zeichnet sich ab, dass die beiden Internetunternehmen zunehmend in Konkurrenz mit Disney stehen werden.

Disney will einen Streaming-Dienst starten

Disney wagt sich derzeit selbst weiter in die Online-Welt und will in diesem Jahr selbst einen Streaming-Dienst für seine Sendergruppe ESPN starten, dessen Abonnenten Sportereignisse im Internet ansehen können. Im kommenden Jahr soll es eine weitere Videoplattform rund um Filme und Fernsehserien von Disney geben, die mit Netflix konkurrieren wird. Deshalb liefert Disney von 2019 an keine Neuveröffentlichungen mehr an Netflix.

WALT DISNEY

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Auch Facebook und Twitter versuchen, ihren Nutzern mehr und mehr eigene Online-Inhalte zu bieten. Facebook will angeblich viel Geld in eigene Fernsehproduktionen stecken, Twitter überträgt seit einiger Zeit Sportereignisse. Disney hat kürzlich die Akquisition von Film- und Fernsehaktivitäten des Wettbewerbers 21st Century Fox angekündigt, was als Manöver gilt, sich mit zusätzlichen Inhalten für die wachsende Konkurrenz aus dem Silicon Valley zu rüsten.

Gerade in der Technologiebranche ist es schon öfter vorgekommen, dass prominente Manager wegen Interessenkonflikten Verwaltungsräte verlassen haben. Vor knapp zwei Jahren trat David Drummond, der Chefjurist der Alphabet-Holding um den Internetkonzern Google, aus dem Verwaltungsrat des Fahrdienstes Uber zurück. Die beiden Unternehmen konkurrieren vor allem auf dem Gebiet selbstfahrender Autos miteinander. Sie liefern sich derzeit sogar eine erbitterte juristische Auseinandersetzung, die Alphabet-Sparte Waymo hat Uber wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Im Jahr 2009 gab der frühere Google-Vorstandschef Eric Schmidt seinen Posten im Aufsichtsgremium des Elektronikkonzerns Apple auf. Als Begründung wurde angeführt, dass Google sich mit Produkten wie dem Handy-Betriebssystem Android sich mehr und mehr ins Kerngeschäft von Apple bewegt.

Quelle: F.A.Z.
Roland Lindner
Wirtschaftskorrespondent in New York.
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