Technik-Konferenz SXSW

Der Traum vom Mars

Von Patrick Bernau, Austin
 - 07:12

Wenn man Elon Musk zuhört, dann ist die Zukunft der Menschen auf dem Mars schon deutlich geplant. „Wir brauchen dort Bars und Pizzerien“, sagt er auf der Digitalkonferenz SXSW in Austin. „Es gibt dort viele Chancen für Unternehmer.“

Regiert wird der Mars nach seinen Vorstellungen von einer direkten Demokratie, allerdings: Es sollte einfacher sein, Gesetze abzuschaffen als zu beschließen, findet Musk. Vielleicht könnten Gesetze automatisch ablaufen, oder sie müssten mit 60 Prozent der Stimmen beschlossen werden und könnten mit 40 Prozent wieder fallen.

Nun ist bekannt, dass Elon Musk immer mal wieder große technische Ziele anstrebt, die er nicht immer erreicht. Das hat er selbst kapiert, einen genauen Zeitplan verkneift er sich – er sagt nur: die nächste Rakete könnte in der ersten Jahreshälfte 2019 kommen. Über die Flüge zum Mars hat er mal für Mitte der 20er-Jahre gesprochen, das mag er allerdings nicht wiederholen.

Die Flüge mögen so kommen oder auch nicht, eines ist sicher: Fast 50 Jahre nach der ersten Landung auf dem Mond gehört der Flug zum Mars wieder zu den Träumen Amerikas, zumindest seiner Technik-Elite.

Auch die Nasa bastelt an Mars-Plänen

Es ist ja nicht nur Elon Musk. Die staatliche Raumfahrtbehörde Nasa beschickt in Austin gleich drei Diskussionen, in denen es um den Weg zum roten Planten geht. „Das Interesse am Leben auf dem Roten Planeten ist so groß wie nie“, schreiben die Raumfahrer. In Versuchen auf der Erde haben sich Freiwillige in den vergangenen Jahren schon monatelang in Quasi-Raumschiffen einsperren lassen, um die psychologischen Schwierigkeiten so einer Reise zu testen.

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Unendliche WeitenSimulierter Mars-Aufenthalt im Oman

Allerdings ist die Nasa etwas zurückhaltender, was den Zeitplan auf dem Flug zum Mars angeht. Die Kinder um zehn Jahre, die heute das „Weltraum-Camp“ besuchen, sie seien die Generation, die eines Tages zum Mars fliegen werde, sagt die Direktorin des Programms, Deborah Barnhart.

Klar ist allerdings: Mit seiner Ankündigung hat Elon Musk die Phantasie der Amerikaner angeregt. Keine Viertelstunde können sie über den Mars sprechen, ohne dass sein Name fällt.

Dabei wird die Reise nicht ungefährlich. Das sei kein Fluchtprogramm für Reiche, sagt Musk. Die Reise sei so gefährlich wie die ersten Polarexpeditionen, man könne dabei sterben. Trotzdem heben von den 2500 Zuschauern seines Auftritts rund 100 die Hand, als er nach Freiwilligen für die Reise fragt. Die Weltraum-Entdeckerfreude ist zurück.

Quelle: FAZ.NET
Patrick Bernau
Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.
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