Nach Trumps Zöllen

Stahlverband sieht Zehntausende Stellen bedroht

 - 08:22

Die europäische Stahlvereinigung Eurofer warnt angesichts der amerikanischen Zölle auf Stahl vor dem Verlust von Zehntausenden Arbeitsplätzen. Nicht nur die drohenden Strafabgaben für Exporte in die Vereinigten Staaten seien ein Problem, sondern auch Stahl aus anderen Weltregionen, der statt in Amerika nun in Europa angeboten werden könnte, sagte Verbandschef Geert Van Poelevoorde in Brüssel.

Auf dem Wege könnten 13 Millionen Tonnen Stahl zusätzlich ihren Weg nach Europa finden. „Der Effekt wäre verheerend, zumal die Branche sich gerade vom letzten Abschwung erholt hatte.“

Ein Unternehmen frohlockt

Insgesamt stünden Zehntausende Stellen auf dem Spiel. Die Mitgliedsunternehmen des Verbands beschäftigen europaweit 320.000 Menschen und betreiben 500 Stahlproduktionsstätten. Der Jahresumsatz beläuft sich auf 170 Milliarden Euro.

Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte sich am Donnerstag über die seit Tagen andauernde Kritik aus dem In- und Ausland hinweggesetzt und wie angekündigt Zölle von 25 Prozent auf Stahlimporte und zehn Prozent auf Aluminiumeinfuhren verhängt, die in Kürze in Kraft treten sollen. Deutschland und die EU dringen auf Ausnahmen.

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Trump macht ernstAmerikanische Stahlarbeiter begeistert von Strafzöllen

Der größte amerikanische Stahlkonzern U.S. Steel setzt derweil infolge der Schutzzölle auf bessere Geschäfte. Das Unternehmen erhöhte am Montag seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. U.S. Steel geht nun von einem Nettoergebnis von 885 Millionen Dollar aus, nach bislang 685 Millionen.

In der vergangenen Woche hatte U.S. Steel bekannt gegeben, in Erwartung einer höheren Nachfrage nach Stahl in den Vereinigten Staaten einen Hochofen und Produktionsstätten in Illinois wieder an den Start zu bringen. Im nachbörslichen Handel bewegten sich die Aktien des Unternehmens kaum. In diesem Jahr haben sie 24 Prozent zugelegt.

Quelle: ala./Reuters
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