Volkswagen-Manager Diess sagt

„Wir sind besser aufgestellt als alle anderen“

 - 11:06

Künftig werden Elektroautos eine größere Rolle spielen, Volkswagen ist darauf sehr gut vorbereitet, ganz so schnell vollzieht sich dieser Wandel aber nicht. Davon geht der im großen Volkswagen-Konzern für die Kernmarke VW zuständige Manager Herbert Diess aus.

„In Europa bleibt der Diesel für große Fahrzeuge und hohe Laufleistungen weiterhin eine Alternative, obwohl er teurer wird und vielleicht die Vorteile bei der Mineralölsteuer in den nächsten Jahren geringer werden könnten.“ In den Vereinigten Staaten dagegen habe sich Volkswagen vom Diesel verabschiedet: „Wir sehen auch perspektivisch keine Möglichkeit, weil die Abgasgesetze in den Vereinigten Staaten noch mal schärfer sind und die Amerikaner Diesel und Benziner auch steuerlich gleich behandeln. Da macht es ökonomisch keinen Sinn.“

„China treibt uns“

Mit Blick auf die wachsende Bedeutung der Elektro-Mobilität sagte Diess: „Wir sind für die elektrische Welt besser aufgestellt als jedes andere Unternehmen.“ Haupttreiber der Elektrifizierung seien die vom Jahr 2020 an strengeren Grenzwerte für das Klimagas Kohlendioxid. „Wir haben heute noch eine Lücke zu den gesetzlich geforderten 95 Gramm (CO2 pro Kilometer), die Volkswagen erreichen muss. Diese Lücke werden wir konventionell nur zum Teil schließen können. Der Verbrennungsmotor ist auch mit leichter Elektrifizierung nicht in der Lage, wesentlich unter 80 Gramm zu kommen“, erklärte Diess.

Der effizienteste Hebel, die Flottenziele zu erreichen, sei das E-Auto. „Dazu brauchen wir in Europa 2020 rund 100.000 Elektrofahrzeuge der Marke Volkswagen. Wir trauen uns das zu.“

Eine Chance sei die Elektroquote in China. „China treibt uns, China ist politisch sehr entschlossen, der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen“, so Diess. Um den bisherigen Marktanteil in China halten zu können, brauche die Marke Volkswagen dort im Jahr 2025 ungefähr 600.000 Elektrofahrzeuge. Es gehe darum, E-Autos wettbewerbsfähig zu machen. „Das wird uns gelingen“, meinte Diess.

Der entsprechende Baukasten werde den Hoffnungsträger ID deutlich günstiger machen als den E-Golf. Fünf verschiedene E-Modelle seien beschlossen, damit sollten alle Kernsegmente auf der ganzen Welt abgedeckt werden.

Unklar bleibt, ob Volkswagen selbst Batteriezellen fertigen wird. Heute gebe es in diesem Bereich zwei maßgebliche südkoreanische Partner, einen Anbieter in Japan und weitere stünden in China in den Startlöchern, sagte Diess. Zwar habe Volkswagen eine Pilot-Fertigung in Salzgitter beschlossen. „Aber ob man wirklich selber Zellen fertigen muss, das würde ich noch nicht eindeutig mit Ja beantworten.“

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© dpa, reuters
Quelle: ala./dpa
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