FAZ plus ArtikelZweite Währung in Italien

Das schlechte Geld verdrängt das gute

Von Christian Siedenbiedel und Johannes Pennekamp
 - 14:50

Italiens künftige Regierungsparteien erwägen die Einführung einer Parallelwährung zum Euro. „Mini-Bots“ (italienisch „Buoni del Tresoro“) sollen die kleinen Staatsanleihen in Stückelungen von fünf bis 500 Euro heißen – und sie sollen dazu dienen, im Inland Rechnungen zu begleichen. Auch Steuern soll man damit zahlen können. Damit soll das Land unabhängiger von Europas Haushaltsregeln werden und gleichsam die Macht über das Geld zurückbekommen. Wohl zu Propagandazwecken angefertigte Entwürfe eines Fünf-Euro-Scheins zeigen eine Szene aus dem Endspiel der Fußball-WM 1982, das Italien 3:1 gegen Deutschland gewann. Die Stoßrichtung des Vorschlags ist damit klar: Es geht auch um eine Emanzipation von dem in der Eurozone oft als übermächtig empfundenen Deutschland.

Nur eine verrückte Idee? Oder kann Italien wirklich eine Parallelwährung zum Euro einführen? Immerhin hatten Ökonomen über diesen Weg in der Euro-Krise als eine Möglichkeit diskutiert, wie ein Land den Euro „nach und nach“ verlassen könnte. Und auch ganz praktisch hatte es in Griechenland Vorbereitungen gegeben, eine Parallelwährung einzuführen, falls das Land den Euro verlassen müsste, wie die Regierung später einräumte.

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Quelle: F.A.Z.
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
Johannes Pennekamp
Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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