„Wir wollen Mitglied werden“

Dieses Land will den Euro einführen

 - 14:07

Das jüngste EU-Mitglied Kroatien will in den nächsten sieben bis acht Jahren den Euro einführen. „Wir wollen uns nicht auf genaue Termine festlegen, wollen aber binnen zwei Legislaturperioden Mitglied der Euro-Zone werden“, sagte der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenkovic an diesem Montag.

Seine Regierung ist seit zwei Jahren im Amt. Als Stufe vor der Einführung der Gemeinschaftswährung sei geplant, am europäischen Wechselkursmechanismus (ERM 2) teilzunehmen. Der Schritt könne innerhalb der nächsten drei Jahre eingeleitet werden. Die Kroatische Zentralbank hält den Wechselkurs der Währung Kuna bereits in einem engen Korridor zum Euro.

Euro-Kandidaten nehmen üblicherweise für mindestens zwei Jahre an dem Mechanismus teil. Damit soll sichergestellt werden, dass die Währung des Beitrittslandes nicht zu stark schwankt.

Die Euro-Ambitionen von Kroatien fallen in eine Zeit, in der das Vorhaben auch von den Spitzen der EU geteilt wird. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker machte sich in seiner Rede zur Lage der Union Mitte September für die Einführung der Währung in osteuropäischen EU-Staaten stark.

Größte Hürde für Kroatien sind offenkundig die Staatsschulden, die derzeit mehr als 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Die EU erlaubt für den Beitritt höchstens 60 Prozent. Bis zum Jahr 2020 solle die Zahl auf 72 Prozent gedrückt werden, sagte Plenkovic.

Derzeit wird in 19 Staaten mit dem Euro gezahlt. Kroatien trat der EU im Sommer 2013 bei und ist damit jüngstes Mitglied. Seit Beginn der Euro-Krise sind der Währungsunion die baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen beigetreten. Ausgetreten ist aus dem Euro bislang kein Land.

Quelle: FAZ.NET/Reuters
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