Exportschlager

Schweineohren sollen Briten Brexit schmackhaft machen

Von Jenni Thier
 - 14:41

Im Zusammenhang mit dem Brexit wurden den Briten schon so einiges versprochen. So zum Beispiel die 350 Millionen Pfund pro Woche, die das Königreich angeblich der EU in der Woche überweise, und die stattdessen dem eigenen Gesundheitssystem zugute kommen sollten. Und einige wollen bis heute nicht einsehen, dass diese Zahl schlicht Blödsinn ist.

Nun hat der britische Umwelt- und Ernährungsminister Michael Gove mit einer neuen kuriosen Behauptung zu den Vorzügen des Brexit Aufmerksamkeit erregt. Wenn auch wohl nicht direkt in der Form, wie er sie sich erhofft hat. Gove machte auf einer Veranstaltung der Konservativen den britischen Bauern eine interessante Versprechung: Nach dem Brexit seien sie in der Lage, mehr Schweineohren zu exportieren, vor allem nach China.

Gove behauptete, dass die britischen Bauern künftig nicht mehr an EU-Vorschriften gebunden seien, die eine Ohrmarke vorschreiben. Stattdessen könnten sie einfach ihre eigenen Methoden zur Rückverfolgbarkeit einführen.

Es gebe einige Teile von Tieren, die in Großbritannien nicht so beliebt seien, dafür aber in anderen Teilen der Welt. Zum Beispiel eben Schweineohren in China. Dort wittert Gove eine bisher ausgelassene Chance für den Export.

Der Vorschlag stößt nicht nur auf Gegenliebe. Auf Twitter kommentierten Nutzer den Vorschlag mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und britischem Humor.

Es scheint zudem, als ob Gove nicht ganz sattelfest ist, wenn es um die EU-Regulierung geht. Wie die englische „Times“ berichtet, steht in der EU-Vorschrift bloß, dass Schweine so schnell wie möglich tätowiert oder am Ohr markiert werden sollen. Der Zugang zum chinesischen Markt für die britischen Bauern basiert zudem auf EU-Regularien und EU-Recht. Das könnte nach dem Brexit Probleme geben.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Thier, Jenni
Jenni Thier
Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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