Französischer Finanzminister

Le Maire fordert schnelle Stärkung Europas

 - 13:24

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire hat schnelle Entscheidungen zur Stärkung von Europäischer Union und Euro-Zone gefordert. „Es ist an der Zeit, eine stärkere Euro-Zone zu schaffen“, sagte er am Freitag auf dem Tag der deutschen Familienunternehmen in Berlin in deutscher Sprache.

Die jüngsten Reformvorschläge von Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte er als einen „wichtigen und mutige Schritt“ in die richtige Richtung. Le Maire plädierte für einen eigenen Haushalt für die Euro-Zone und eine Finanz-Fazilität in Europa zur Abfederung von akuten Krisenfolgen für Mitgliedsländer. Bis Ende des Monats kündigte er einen deutsch-französischen Plan für diese Reformen an.

Deutschland kann nach Le Maires Worten auf Solidarität Frankreichs und der EU bauen, um seine wirtschaftlichen Interessen gegen Angriffe aus Amerika zu verteidigen. Frankreich und die EU brauchten aber auch deutsche Solidarität, damit die schwächsten Euro-Länder wettbewerbsfähig würden.

Ein möglicher Deal zwischen Berlin und Paris könnte demnach so aussehen, dass Frankreich sich im Handelsstreit für deutsche Interessen einsetzt, wenn Deutschland den Franzosen im Gegenzug in der Europapolitik entgegenkommt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der vor Le Maire auf dem Tag der Familienunternehmen sprach, hatte zuvor rasche Schritte hin zu einem Europäischen Währungsfonds angekündigt.

Le Maire versprach: „Frankreich wird sich nie für eine Vergemeinschaftung von Schulden aus der Vergangenheit stark machen.“ Im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten plädierte er für eine harte Linie gegenüber dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

Quelle: bth./Reuters
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