Immobilien
Der Steuertipp

Steuern sparen mit der Wohnung

Von Carl-Josef Husken
© dpa, F.A.S.

Geldgeschenke sind grundsätzlich schenkungsteuerpflichtig. Dabei werden persönliche Freibeträge in Abhängigkeit vom Verwandtschaftsgrad zwischen Schenker und Beschenktem gewährt. Weitere Befreiungen gibt es aber nicht. Erfolgt die Geldschenkung jedoch unter Auflagen, kann das steuerlich von Vorteil sein. Soll mit dem geschenkten Geld zum Beispiel eine bestimmte vermietete Wohnung erworben werden, gilt das als „mittelbare Wohnungsschenkung“. Für eine vermietete Wohnung greift dann ein zehnprozentiger Wertabschlag, und es muss weniger Schenkungsteuer bezahlt werden.

Bei der Einkommensteuer gab es allerdings bisher Nachteile: Derjenige, der unmittelbar eine vermietete Wohnung geschenkt bekommt, tritt quasi in die Fußstapfen des Schenkers und kann die Abschreibungen auf die Immobilie (AfA) weiterführen und diese steuermindernd bei seinen Vermietungseinkünften geltend machen. Dem Begünstigten einer mittelbaren Wohnungsschenkung gewährt der Fiskus diesen Abzug bisher regelmäßig nicht.

Dem widerspricht nun der Bundesfinanzhof (BFH). Im entschiedenen Fall erhielt eine Tochter von ihren Eltern einen Geldbetrag unter der Auflage geschenkt, dieses Geld ausschließlich für den Erwerb einer Eigentumswohnung sowie deren Renovierung und Modernisierung zu verwenden. Das Finanzamt verwehrte ihr bei ihren nun erzielten Vermietungseinkünften den Abzug der AfA auf die Anschaffungskosten.

Nach Meinung des BFH trägt der Schenker aber auch bei der mittelbaren Grundstücksschenkung die Anschaffungskosten des Grundstücks, weil er das Geld für den Kauf zur Verfügung stellt. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten mache es dann keinen Unterschied, ob der Schenker das Grundstück selbst oder den dafür erforderlichen Geldbetrag schenkt (Urteil vom 4. Oktober 2016, IX R 26/15). Bereits betroffene Steuerpflichtige sollten in ihrer Einkommensteuererklärung die Sichtweise des BFH darlegen beziehungsweise gegen anderslautende Bescheide – sofern verfahrensrechtlich noch möglich – Einspruch einlegen.

Carl-Josef Husken

Quelle: F.A.S.
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