Kommentar

Billy von Amazon

Von Christine Scharrenbroch
 - 19:27

An Amazon und Co. kommt im Handel niemand mehr vorbei. Selbst Ikea will nun mit den großen Onlineplattformen zusammenarbeiten. Dabei ist der Möbelhändler als Nummer eins der Welt und Inhaber einer starken Marke eigentlich in einer komfortablen Situation. Die Entscheidung zeigt, wie sehr sich die Zeiten ändern.

Der Onlinehandel wirbelt auch die Möbelbranche gehörig durcheinander. Stationäre Händler leiden unter nachlassenden Kundenfrequenzen und einer wachsenden Konkurrenz aus dem Internet. Nur eine geschickte Bespielung aller Kanäle erscheint ihnen als zukunftsträchtiger Weg.

Ikea ist recht spät auf den Online-Zug aufgesprungen. Dann aber hat der Möbelriese ordentlich Gas gegeben und auch einige Erfolge verbucht. Der über das Internet erzielte Umsatz zog zuletzt immerhin von 1,4 auf 1,7 Milliarden Euro an. Doch ist der Anteil am Gesamtgeschäft mit 5 Prozent noch überschaubar. Der ganz große Schwung ist bisher ausgeblieben.

Von dem Schritt auf die Plattformen erhoffen sich die Schweden mehr Schnelligkeit und eine breitere Marktdurchdringung. Möglichst überall sollen die Kunden über Billy, Kallax und Malm stolpern. Ihre Bereitschaft, auch größere Möbel im Internet zu bestellen, wird Fachleuten zufolge wachsen. Dann will Ikea bereit stehen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Scharrenbroch, Christine
Christine Scharrenbroch
Freie Autorin im Wirtschaftsteil.
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