Kommentar

VW an Chinas Tropf

Von Carsten Knop

Die jüngsten Zahlen aus dem aus unerfindlichen Gründen wieder selbstbewusst auftretenden Volkswagen-Konzern zeigen deutlich: Ohne China ginge für den Autohersteller aus Wolfsburg mit seinen ineffizienten Strukturen und der Kultur eines Volkseigenen Betriebs unter der Führung eines selbstherrlichen Ko-Vorstandsvorsitzenden in Gestalt des Gesamtbetriebsratschefs Bernd Osterloh nur wenig.

In China erzielt Volkswagen nach Informationen der F.A.Z. eine Rendite von 17 bis 18 Prozent: 8 Milliarden Ergebnis auf 50 Milliarden Euro Umsatz. Wegen der Gemeinschaftsunternehmen mit den Chinesen verschwindet diese so wichtige Zahl allerdings sang- und klanglos im Finanzergebnis von VW. Darüber hinaus bleibt für die Kernmarke VW mit ihrem Umsatz von 105 Milliarden Euro am Ende nur eine Rendite von mageren knapp 2 Prozent übrig.

Dieser Gewinn ist im internationalen Konkurrenzvergleich viel zu niedrig, auf einem geradezu lächerlichen Niveau. Das Ziel, die Rendite auf 4 Prozent anzuheben, erscheint mit Blick auf die Zahlen aus China wenig ambitioniert. Und dennoch gibt es darum so viel Theater, steht gar das zuständige Vorstandsmitglied zur Disposition. Die Gewerkschaft sollte sich überlegen, was sie bei VW für ein Spiel spielt: Selbstbewusstsein ist gut und schön, aber ein Grund dafür wäre besser.

Quelle: F.A.Z.
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Bernd Osterloh | China | Volkswagen