Erstmals seit Jahren

Staatsschulden sinken auf weniger als 2 Billionen Euro

 - 09:58

Deutschlands öffentliche Schulden sind erstmals seit Jahren unter die Marke von zwei Billionen Euro gesunken. Die Verbindlichkeiten von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte summierten sich am 31. März auf knapp 1,99 Billionen Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das waren 2,3 Prozent oder 47,4 Milliarden Euro weniger als ein Jahr zuvor.

Damit sanken die Schulden erstmals seit dem Jahr 2011 unter die Zwei-Billionen-Grenze: Vergleiche mit den Jahren davor hinken allerdings, weil bis dahin nicht alle Extrahaushalte - etwa die im Zuge der Finanzkrise entstandenen „Bad Banks“ - in die Statistik einbezogen wurden. Die gute wirtschaftliche Entwicklung sorgt derzeit für hohe Steuer- und Beitragseinnahmen, während die niedrigen Zinsen die Ausgabenseite entlasten.

„Alle Ebenen konnten ihre Verschuldung verringern“, schreiben die Fachleute des Statistikamtes. So drückte der Bund seine Verbindlichkeiten um 2,4 Prozent auf ungefähr 1,25 Billionen Euro. Die Länder standen mit 598,3 Milliarden Euro in der Kreide, was einem Rückgang um 2,4 Prozent entspricht.

Besonders kräftig konnten Sachsen (minus 21,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (minus 10,4 Prozent) und Bayern (minus 10 Prozent) ihre Schulden abbauen. In Hamburg (plus 10,6 Prozent) und Schleswig-Holstein (plus 6,1 Prozent) legten sie dagegen am deutlichsten zu, was vor allem auf die Übertragung fauler Kredite der HSH Nordbank an die neu gegründete „hsh portfoliomanagement“ zurückgeht.

Der Schuldenstand der Kommunen schrumpfte um 1,4 Prozent auf 141,1 Milliarden Euro. Besonders die Gemeinden in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen senkten ihre Schuldenlast, während sie in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein am stärksten zunahm.

Erklärvideo
Wie gefährlich sind Schulden?
© DW, Deutsche Welle
Quelle: ala./Reuters
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenMecklenburg-VorpommernHSH NordbankReuters