Verbraucherpreise

Überraschender Anstieg der Inflationsrate

 - 14:38

Höhere Preise für Nahrungsmittel und Urlaubsreisen haben die Inflation in Deutschland im Juni wieder etwas nach oben getrieben. Die Verbraucherpreise lagen um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Von Mai auf Juni 2017 erhöhten sich die Verbraucherpreise demnach um 0,2 Prozent.

Im Mai 2017 hatte die jährliche Teuerungsrate bei 1,5 Prozent gelegen, im April war die Inflation sogar auf 2,0 Prozent gesprungen - was aber vor allem daran lag, dass wegen der Osterferien in dem Monat die Preise für Pauschalreisen nach oben gingen.

Pfingstferien in Süddeutschland führten zu Verteuerung von Reisen

Auch im Juni waren Dienstleistungen, wozu auch Urlaubsreisen zählen, einer der Preistreiber. Sie verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent und damit genauso kräftig wie im April. Die Experten des Bundesamtes erklärten den Sprung mit den Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg, denn die beiden Länder fließen mit 30 Prozent Gewicht in die Daten ein.

Auch für Nahrungsmittel mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen als ein Jahr zuvor, hier zogen die Preise im Juni um 2,8 Prozent an. Zugleich profitierten die Menschen in Deutschland im abgelaufenen Monat beim Tanken und Heizen von sinkenden Ölpreisen: Energie verteuerte sich im Vergleich zum Juni 2016 nicht. Detaillierte Zahlen will die Wiesbadener Behörde am 13. Juli veröffentlichen.

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Die nach europäischen Standards errechnete Inflationsrate (HVPI) für Deutschland lag zur Jahresmitte um 1,5 Prozent über Vorjahresniveau. Binnen Monatsfrist erhöhte sie sich um 0,2 Prozent. Die HVPI-Rate ist maßgeblich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Notenbank strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum ein stabiles Preisniveau bei einer Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an. Weil die Währungshüter dieses Ziel seit Jahren verfehlen, versuchen sie mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Doch Banken und Sparer leiden unter dem Zinstief, weshalb sich in Deutschland Stimmen mehren, die einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der EZB fordern.

Quelle: dpa
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