Euroraum

Die Wirtschaft läuft - noch besser als erwartet

Von Maja Brankovic
 - 13:15

Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum schreitet mit kräftigen Schritten voran. Wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag nach vorläufigen Zahlen mitteilte, ist die Wirtschaft der 19 Mitgliedstaaten zwischen April und Juni um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Im Jahresvergleich legte die Wirtschaftsleistung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, um 2,1 Prozent zu. Im ersten Quartal des Jahres hatte die Wirtschaft noch um 0,5 Prozent zugelegt.

Aktuelle Umfragen des britischen Analyseunternehmens Markit deuten darauf hin, dass die Euro-Wirtschaft auch in der zweiten Jahreshälfte nicht an Schwung verlieren wird. Nach Einschätzung der Markit-Ökonomen dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auch im dritten Quartal um 0,6 Prozent steigen. Optimistisch sind auch die Volkswirte des Internationalen Währungsfonds. In ihrem jüngsten Konjunkturausblick haben sie den Euroraum als globalen Wachstumstreiber ausgemacht. Für das laufende Jahr prognostizieren sie ein Wachstum von 1,8 Prozent.

Leitzins weiter bei null Prozent

Positive Daten kamen im zweiten Quartal aus Frankreich. Wie das Statistikamt Insee in Paris schon am Freitag mitgeteilt hatte, wuchs die französische Wirtschaft zwischen April und Juni im dritten Quartal in Folge um 0,5 Prozent. Noch kräftiger fiel das Wachstum in Spanien aus, mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden legt die aktuellen Wachstumszahlen für die deutsche Wirtschaft erst am 15. August vor.

Schon seit Sommer 2013 befindet sich die Wirtschaft im Euroraum auf Wachstumskurs. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat jüngst von einer „kräftigen Erholung“ gesprochen. In seiner Rede nach der letzten Ratssitzung bestätigte er das Vorhaben, im Herbst erste Hinweise auf eine womögliche Ausstiegsstrategie aus der ultralockeren Geldpolitik der Zentralbank zu geben.

Um die schwache Preisentwicklung im Euroraum anzukurbeln und die Wirtschaft zu stabilisieren, flutet die Zentralbank die Märkte seit längerem mit billigem Geld. Der Leitzins liegt bei null Prozent, der Zins für Bankeinlagen bei minus 0,4 Prozent. Zusätzlich kauft sie jeden Monat Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 60 Milliarden Euro. Der anhaltende Aufschwung setzt die Währungshüter zunehmend unter Druck, die Geldschleusen wieder ein Stück weit zu schließen.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Brankovic, Maja
Maja Brankovic
Redakteurin in der Wirtschaft.
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