Kritik an Bahn-Kommunikation

Zu wenig Information im Sturmtief „Xavier“

 - 13:05

Dass sich Bahn-Kunden immer wieder über die schlechte Informationspolitik des Unternehmens beschweren, ist bekannt. Nach den erheblichen Zugausfällen durch die von Sturmtief „Xavier“ verursachten Schäden, kommt die Kritik nun noch von anderer Seite: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) wirft der Bahn eine mangelhafte Kommunikation nach Sturm vor. „Wir leben in einem Zeitalter von Apps und digitaler Information und doch ist das Unternehmen Deutsche Bahn nicht in der Lage, seine Kunden ausreichend zu informieren“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel am Samstag in Frankfurt am Main. Zumindest am Tag nach dem schweren Sturm über Norddeutschland hätte das möglich sein sollen.

Hommel erklärte, es sei für die Mitarbeiter beschämend, wenn sie den an den Bahnhöfen Gestrandeten oft nur unzureichend weiterhelfen könnten. „Wieder einmal fehlte es an den nötigen Informationen, wieder einmal war das Unternehmen Deutsche Bahn nicht in der Lage, mit seinen Kunden zu kommunizieren.“ Hommel forderte Änderungen.

Sturmtief
Aufräumarbeiten nach „Xavier“ dauern an
© dpa, reuters

Mehrweg-Kaffeebecher und Quizfragen

In der Tat müssen Kunden auf der Facebookseite der Personenverkehrs-Sparte der Bahn ziemlich weit scrollen, um an Informationen zu „Xavier“ zu kommen: Den Seitenkopf ziert ein romantisches Bild von einem Zug, der bei gutem Wetter über eine Eisenbahnbrücke fährt. Danach werden dem Nutzer Videos angeboten: Eines zum Thema „Ersatzteile aus dem 3-D-Druck“ angeboten, eines über Mehrweg-Kaffeebecher und eines zum „Inside-Bahn-Quiz“. Erst darunter gibt's die erste Meldung zum Sturm - gepostet Freitagabend um 19.15 Uhr. Immerhin verweist sie auf die Bahn-Internetseite, die aktuellere Updates hat.

Auf Twitter finden Nutzer die Bahn-Meldungen zum Sturm etwas schneller. Allerdings ist der neueste Tweet zum Thema 17 Stunden alt. Während des Sturms twitterte die Bahn dafür unter anderem auch über „10 Dinge, die unsere Zugbegleiter niemals sagen würden“ und über ein Familien-Reise-Quiz. Dabei hatten Bahnreisende im Norden unter erheblichen Ausfällen zu leiden. Die Deutsche Bahn hofft, dass die Aufräumarbeiten größtenteils Anfang der Woche abgeschlossen sein werden.

Hommel erklärte, die Instandhaltungstrupps arbeiteten unter Hochdruck und unter oft widrigen Umständen. Auch die Fahrdienstleister, die den Verkehr koordinieren, leisteten im Hintergrund Großartiges. „Die Basis weiß, was zu tun ist, damit die Eisenbahn funktioniert, daran sollte sich die Führungsspitze ein Beispiel nehmen.“

Quelle: nab./dpa
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