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Autonomes Fahren

Bosch hält die meisten Patente für Roboterautos – bislang

 - 07:55
Ein Bosch-Mitarbeiter testet auf der Autobahn A81 einen Prototypen für autonomes Fahren. Bild: dpa, ala./dpa

Große Technologieunternehmen in Amerika und China arbeiten an selbstfahrenden Autos oder Systemen, die das ermöglichen sollen. Wer aber hat die meisten Ideen in diesem Bereich: die deutschen Autohersteller. Und besonders der große Zulieferer Bosch. Zumindest gilt das, wenn man vergleicht, wer bislang wie viele Patente dafür hat registrieren lassen.

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Die Fachleute des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln haben verglichen und ermittelt: 52 Prozent aller auf der Welt angemeldeten Patente zum autonomen Fahren entfallen auf deutsche Konzerne.

Unter den Top 10 seien sechs Unternehmen aus Deutschland - davon vier Autohersteller und zwei Autozulieferer. Dagegen spielten amerikanische Unternehmen wie der Elektroautohersteller Tesla und der Technikkonzern Apple bislang keine Rolle, wenn es um Patente gehe - sehr wohl hingegen die Technikholding Alphabet, zu der die Suchmaschine Google gehört und eine auf autonomes Fahren fokussierte Tochtergesellschaft namens Waymo.

Experte warnt: Bloß nicht ausruhen

Neben Autobauern und großen Zulieferern wie Bosch und Continental arbeiten Unternehmen wie Google zwar ebenfalls an Systemen für selbstfahrende Fahrzeuge, sie kommen der IW-Untersuchung zufolge aber nur auf etwa sieben Prozent der Patente. Für die Analyse erfasst haben die Forscher mehr als 5800 von insgesamt ungefähr 9000 Patenten zum autonomen Fahren seit dem Jahr 2010. Davon entfielen mehr als die Hälfte auf Hersteller und fast ein Drittel auf etablierte Zulieferer. Bei diesen Patenten geht es zum Beispiel auch um Kamera- oder Radarsysteme.

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Mit 338 Patenten seit dem Jahr 2010 belegt Alphabet (Google) den zehnten Platz, Spitzenreiter war der Studie zufolge Bosch mit 958 Patenten vor Audi (516) und Continental (439). Auch BMW , Volkswagen und Daimler zählen zu den Top 10 der Patentanmeldungen zum autonomen Fahren, außerdem die amerikanische Autokonzerne Ford und General Motors und er japanische Wettbewerber Toyota . Unter den Autoherstellern entfielen beinahe 47 Prozent der angemeldeten Patente auf deutsche Unternehmen, im Bereich der Zulieferer betrug der deutsche Anteil sogar 76 Prozent.

Ausruhen auf ihrer guten Ausgangslage dürfe sich die deutsche Autoindustrie allerdings nicht, warnte Studienautor Hubertus Bardt. Die Zahl der Patente habe seit Ende des Jahres 2015 um 60 Prozent zugenommen, der Vorsprung deutscher Hersteller werde angegriffen. Die Sorge sei, dass einer der großen Softwarekonzerne sich einen Vorsprung erarbeite, der nicht mehr aufzuholen sei, warnte Bardt.

Der Experte argumentierte, der Wettbewerb um autonomes oder teilautonomes Fahren beginne nicht erst mit selbstfahrenden Roboterautos, sondern mit heute teils schon angebotenen Assistenzsystemen. Die gute Ausgangslage der deutschen Hersteller im Wettbewerb um autonome Autos erklärte er etwa mit dem hohen Premium-Anteil. Kunden von Oberklasse-Autos dürften demnach auch für Assistenzsysteme sowie autonomes Fahren „eine entsprechende Zahlungsbereitschaft aufbringen“.

Gleichzeitig sind die Autokäufer in Deutschland jedoch bislang eher skeptisch, wenn es um Roboterautos geht. Nach einer gerade veröffentlichten Umfrage der Tankstellenkette Aral konnte sich nur jeder fünfte Befragte vorstellen, künftig sein Auto eigenständig fahren zu lassen.

Quelle: ala./dpa
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