FAZ plus ArtikelNeue Software im KI-Bereich

Wie Google den Tod vorhersagen will

Von Alexander Armbruster
 - 20:05

John Bell, angesehener Medizinprofessor in Oxford und Berater der Regierung in London, machte unlängst eine gravierende Vorhersage: Schlaue Computerprogramme könnten dereinst den staatlichen britischen Gesundheitsdienst NHS retten. Im Winter gerät diese traditionsreiche Institution stets an ihre Grenzen mit zunehmend langen Wartezeiten auch für dringend nötige Operationen. Bell bezog sich auf eine neue, auf den gerade angesagten Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) basierende Applikation von Forschern aus Oxford. Sie stellten in Aussicht, damit das Risiko eines Herzinfarktes besser und schneller vorhersagen zu können als Kardiologen. Das ist ein Beispiel dafür, wie Fortschritte in der KI die Medizin einmal umkrempeln könnten. Ein anderes ist der Computer Watson, mit dem das Unternehmen IBM ebenfalls in diesem Bereich Angebote machen und Geld verdienen möchte.

KI-Fachleute des Technologie-Unternehmens Google wiederum haben nun eine neue Forschungsarbeit vorgelegt und nehmen für sich ein sehr weitreichendes und allgemeines Ergebnis in Anspruch: Sie haben eigenen Angaben zufolge eine Software entwickelt, die besser als bisher angewendete Methoden darin ist, die Gefahr eines kurz bevorstehenden Todes von Patienten vorherzusagen – ob diese also innerhalb eines Monats nach der Entlassung aus dem Krankenhaus abermals aufgenommen werden müssen und ob sie lange bleiben werden (mindestens sieben Tage). Das sind allesamt wichtige Einschätzungen, die Ärzte treffen müssen. Und die einerseits Leben retten können und andererseits stark die Kosten eines Krankenhauses beeinflussen.

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Quelle: FAZ.NET
Alexander Armbruster
Redakteur in der Wirtschaft.
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