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Auf der ganzen Welt

Bald 3 Millionen Industrieroboter im Einsatz

Von Uwe Marx
 - 08:10
Betriebsroboter werden immer beliebter. Und die Zahl steigt stetig weiter. Bild: dpa, F.A.Z.

Wenn in den vergangenen Jahren von Industrierobotern die Rede war, gab es stets einen roten Faden: Es werden immer mehr. Dieser Trend wird durch neue Zahlen und Prognosen des Internationalen Roboter-Verbandes (IFR) bestätigt. Sie besagen, dass das Wachstum unverändert groß ist und die üblichen Verdächtigen vorne weg gehen. In einer Zeit schneller Konjunkturzyklen mit einer immer flexibleren und individuelleren Produktion, die die Zahlen neu installierter Industrieroboter in die Höhe treiben, bleibt China das Maß der Dinge.

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Die Region Asien/Australien wird im Jahr 2017 bei den Roboterinstallationen mit 21 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr ohnehin vor Europa (8 Prozent) sowie Nord- und Südamerika (16 Prozent) liegen. In dieser besonders wachstumsstarken Region aber stach China mit neuen Bestmarken hervor. So näherte sich die Zahl der hier im Jahr 2016 neu installierten Roboter mit 87.000 jener für Europa und Amerika zusammen (97.000).

In China, wo die meisten Industrieroboter installiert sind, werden im Jahr 2020 nach IFR-Berechnungen rund 950.000 Einheiten im Einsatz sein. Zum Vergleich: Ganz Europa traut der Weltverband bis dahin etwa 610.000 Einheiten zu. In Asien insgesamt werden dann rund 1,9 Millionen Industrieroboter Arbeit tun, das entspricht beinahe dem Roboterbestand der ganzen Welt im Jahr 2016.

Während Südkorea – Heimat einer besonders großen roboter-affinen Elektroindustrie – als zweitgrößter Markt der Welt mit 630 Robotern je 10.000 Beschäftigte die größte Roboterdichte überhaupt aufweist, liegt Deutschland – der fünftgrößte Robotermarkt der Welt – hinter Japan auf Platz drei (309), die Vereinigten Staaten (189) sind Fünfter. Allerdings ist auch dort das Wachstum robust, weil es dem Land darum gehe, die Produktion im heimischen Markt zu halten oder aus dem Ausland zurückzuholen.

In der Automobilindustrie, die traditionell besonders viele Roboter einsetzt, liegen die Amerikaner mit einer Dichte von 1.260 Einheiten je 10.000 Beschäftigte sogar auf Platz zwei hinter Korea. Die IFR rechnet damit, dass der Bestand an Industrierobotern bis 2020 global auf 3 Millionen Einheiten wachsen wird, nachdem es 2016 noch 1,8 Millionen waren – und dass die Cloud-Robotik, die den Datenaustausch zwischen Robotern in Echtzeit ermögliche und die industrielle Produktion auf ein neues Niveau heben werde, kräftig mitwächst.

Quelle: F.A.Z.
Uwe Marx
Redakteur in der Wirtschaft.
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